Inhalt des Archivs

Archivinformation

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Anne Duncan: Performance and Identity in the Classical World.

Cambridge University Press: Cambridge u. a., 2006. ISBN 0-521-85282-X. 242 S. Preis: £ 45.

Rezensiert von Matthias Johannes Pernerstorfer

Mit Performance and Identity in the Classical World legt Anne Duncan eine anregende Studie zu gängigen Vorstellungen von persönlicher Identität und deren Re-Produktion durch schauspielerisches Handeln in der Antike vor und gibt damit einen guten Eindruck vom Bild des Schauspielers (bzw. der Schauspielerin) in der griechischen und römischen Gesellschaft vom ausgehenden 5. Jahrhundert v. Chr. bis in die Kaiserzeit.


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Andrea Antonsen-Resch: Von Gnathon zu Saturio. Die Parasitenfigur und das Verhältnis der römischen Komödie zur Griechischen.

(Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte Bd. 74) Walter de Gruyter: Berlin-New York, 2004. ISBN 3-11-018167-3. 262 S. Preis: € 88,00.

Rezensiert von Matthias Johannes Pernerstorfer

Von Gnathon zu Saturio wurde 2003 als Dissertation bei Heinz-Günther Nesselrath eingereicht und von Heinz-Günther Nesselrath, Otto Zwierlein und Gustaf-Adolf Lehmann in die Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte aufgenommen. Das Buch ist gegliedert in Vorwort, Einleitung, Kapitel zum Begriff des Parasiten, zur Gestalt des Parasiten in der griechischen Komödie und zur Parasitenrolle in der römischen Komödie, ein ausführliches Literaturverzeichnis sowie zwei Indices: Namen und Sachen und Index locorum. Das Hauptaugenmerk der Studie liegt auf den Stückinterpretationen, die um zwei Unterkapitel zu den dramaturgischen Funktionen des Parasiten und den Möglichkeiten der Unterscheidung des plautinischen und des terenzischen Komödienparasiten ergänzt sind.


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Sabine Horst (Hg.): Robert De Niro.

Berlin: Bertz 2002. (film: 12). ISBN 3-929470-82-9. 280 S., 498 Fotos. Preis: € 19,90/sfr 35,90.

Rezensiert von Martin Schwehla

You writin' about me? Zwei Extreme von Schauspielern gibt es, sagt man (auf die Arbeit mit einer Rolle bezogen).


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Karin Falkenberg: Radiohören. Zu einer Bewußtseinsgeschichte 1933 bis 1950.

Haßfurt, Nürnberg: Hans Falkenberg/Institut für Alltagskultur, 2005. ISBN 3-927332-07-0. 368 S. Preis: € 39,80.

Rezensiert von Christine Ehardt

Karin Falkenberg versucht in ihrem Buch, den Bedeutungen des Radiohörens in den Jahren 1933 bis 1950 in Deutschland auf die Spur zu kommen. Innerhalb von 368 Seiten zeichnet sie die wechselvolle Rundfunkgeschichte zwischen Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Wiederaufbau nach und verknüpft diese mit den Alltags- und Lebenswelten von RadiohörerInnen der dreißiger bis fünfziger Jahre.


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Thomas Kuchenbuch: Filmanalyse. Theorien. Methoden. Kritik.

Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 2005. 2. wesentl. überarb. Auflage. (UTB) ISBN 3-8252-2648-4. 472 S. Preis: € 25,60 [A], 24,90 [D].

Rezensiert von Beate Hofstadler

Bereits 1978 legte Thomas Kuchenbuch eine Filmanalyse vor. Nun ist eine aktualisierte, überarbeitete Auflage erschienen. Neben Knuth Hickethiers Film- und Fernsehanalyse (1996) und James Monacos Film verstehen, Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der neuen Medien (2000) reiht sich diese Publikation als weiteres Grundlagenwerk ein. Thomas Kuchenbuch lehrte von 1981 bis 2005 im Studiengang Audiovisuelle Medien an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart.


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club transmediale u. Maike Jansen (Hg.), Gendertronics. Der Körper in der elektronischen Musik.

Frankfurt/Main: Suhrkamp, 2005. (edition suhrkamp 2394) ISBN 3-518-12394-7. 207 S. Preis: 9,30 € (Ö)/9,00 € (D)/16,60 sfr.

Rezensiert von Lorenz Aggermann

Seit fünf Jahren gibt es den "club transmediale" in Berlin, jene zwischen elektronischer Musik und Clubkultur angesiedelte Veranstaltungsreihe und nach Eigendefinition "der wichtigste Treffpunkt für aktuelle elektronische Musik im deutschsprachigen Raum" (Zitat: www.clubtransmediale.de). In diesem Winter haben nun die Veranstalter neben ihrem Programm noch ein kleines, aber feines Büchlein in der edition suhrkamp herausgebracht. Wer nun glaubt, mit diesem Schachzug wollte man ein vorschnelles Resümee ziehen und die angefallenen Lorbeeren einsammeln, der irrt. Stattdessen wird unter dem Titel Gendertronics ein durchaus kritischer Einblick in die Verheißungen, die verführerischen Träume und die tatsächlichen Möglichkeiten der neuen elektronischen Musik gewährt. Wie der Titel schon erahnen läßt, steht der menschliche Körper dabei im Mittelpunkt.


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Alexandra Millner (Hg.), Niemand stirbt besser. Theaterleben und Bühnentod im Kabinetttheater.

Wien: Sonderzahl, 2005. ISBN 3-85449-240-5. 192 S. Preis: 19,80 €.

Rezensiert von Lorenz Aggermann

Kabinett, so heißt es in einem dem Buch vorangestellten Lexikoneintrag, meint einen kleinen Raum, ein Beratungszimmer, eine Wunderkammer; im schweizerischen auch den Abort. Und weiter: kleiner möblierter Raum, 1927 von El Lissitzky in Hannover gebaut als Beispiel für die Kunst der Zeit. [...] Bei Kurt Schwitters steht das "abstrakte Kabinett" in einer Reihe von Installationen, die ein Programm der Disziplinen übergreifenden Vielfalt - Dichtung, Musik, Theater, Fotografie und Film - verwirklichen. (S. 4)


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Vera Jung: Körperlust und Disziplin. Studien zur Fest- und Tanzkultur im 16. und 17. Jahrhundert.

Köln, Weimar, Wien: Böhlau, 2001. ISBN 3-412-11600-9. 395 S. Preis: 41,-- €/sfr 72,50.

Rezensiert von Gerald Maria Bauer

Bereits der Titel suggeriert es: Mit ihrer an der Universität Saarbrücken als Dissertation approbierten Studie hat Vera Jung sich ein breites Themenspektrum vorgenommen. Fest- und Tanzkultur, Körperdisziplin und -lust über zwei höchst bewegte Jahrhunderte zu beleuchten - das ist ein gewaltiger Forschungsgegenstand. Dabei ist das in der Einleitung angegebene Anliegen der Autorin darin zu suchen, "viele Einzelstudien der Festkultur zusammenzuführen, um dadurch ein Bild des Festgeschehens in seiner gesamten Komplexität zu erhalten" (S. 20). Wie radikal sie diesen Ansatz verfolgt, offenbart sich in ihrem Versuch, zusätzlich die in der Forschung der frühen Neuzeit etablierte Dichotomie zwischen Volkskultur- bzw. Brauchtumsforschung einerseits und Elite- bzw. Hofkulturforschung andererseits aufzuheben und so Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen festzumachen. Eine geographische Einschränkung auf den deutschen Raum gibt es dann allerdings verständlicherweise doch.


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Christian Horn: Der aufgeführte Staat. Zur Theatralität höfischer Repräsentation unter Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen.

(Theatralität 8). Tübingen und Basel: A. Francke Verlag, 2004. ISBN 3-7720-8053-7. 226 S. Preis: 39,90 €/sfr 67,50.

Rezensiert von Gerald Maria Bauer

Um es vorwegzunehmen: Wer sich unter der von Christian Horn nun im Druck erschienenen Dissertation über die Theatralität höfischer Repräsentation unter Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen einen monographischen, positivistisch-deskriptiven Ablaufplan oder Beschreibungen von Theatralia und Festen am Dresdner Hof erwartet, könnte von dieser Publikation enttäuscht sein. Entstanden ist vielmehr eine theoretisch ebenso beflissene wie solide Studie, die anhand nur weniger Beispiele besonderes Augenmerk auf spezifische Erscheinungsformen des höfischen (Früh-)Absolutismus am sächsischen Hof legt.


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Birgit Pargner und W. Edgar Yates (Hg.), "Kann man also Honoriger seyn als ich es bin??" Briefe des Theaterdirektors Carl Carl und seiner Frau Margaretha Carl an Charlotte Birch-Pfeiffer.

Zum 150. Todestag von Carl Carl (Quodlibet: Publikationen der Internationalen Nestroy-Gesellschaft, Bd. 6). Wien: Lehner, 2004. 160 S., 18 Abb. ISBN 3-901749-37-3. Preis: 19,90 €/sfr 34,80.

Rezensiert von Brigitte Dalinger

Carl Carl (eigentlich: Carl Andreas Bernbrunn, 1787?-1854), Schauspieler und ebenso langjähriger wie umstrittener Theaterdirektor in München und Wien, seine Frau Margaretha Lang (1788-1861), eine beliebte Münchner Hofschauspielerin, die in Wien von der Bühne zurückgezogen lebte, und die Schauspielerin und später sehr erfolgreiche Dramatikerin Charlotte Birch-Pfeiffer (1880-1868) lernten einander am Münchner Isartortheater kennen.


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Martin Baumeister: Kriegstheater. Großstadt, Front und Massenkultur 1914-1918.

Essen: Klartext, 2005. (= Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte, Neue Folge, Band 18) ISBN 3-89861-219-8. 320 S. Preis: 35,90 €.

Rezensiert von Eva Krivanec

Die vier Jahre von 1914 bis 1918 bleiben in theater- und kulturgeschichtlichen Überblickswerken zumeist ausgespart. Im Allgemeinen hat sich die Forschung auf die Jahrhundertwende einerseits, auf die Zwischenkriegszeit andererseits konzentriert. Der Historiker Martin Baumeister hat nun mit seinem Buch Kriegstheater. Großstadt, Front und Massenkultur 1914-1918 eine erste Theatergeschichte des Ersten Weltkriegs in Deutschland vorgelegt, die materialreich und mit analytischer Schärfe diese Leerstelle füllt.


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Pia Janke (Hg.), Werkverzeichnis Elfriede Jelinek.

Wien: Edition Praesens, 2004. ISBN 3-7069-0212-5. 660 S. Preis: € 29,50.--

Rezensiert von Beate Hochholdinger-Reiterer

Eines kann der Herausgeberin und Leiterin des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums Pia Janke nicht vorgeworfen werden, dass nämlich das Werkverzeichnis Elfriede Jelinek erst durch die Nobelpreisvergabe initiiert bzw. im allgemeinen "Hype" rund um dieses Ereignis auf den Markt geworfen worden wäre. Denn nahezu zeitgleich mit der Bekanntgabe der Literaturnobelpreisverleihung an Elfriede Jelinek erschien im Verlag Edition Praesens bereits diese erste umfassende Bibliografie zum nahezu unüberschaubaren Werk Jelineks. Im Vorwort konnte gerade noch der für November 2005 geplante Sonderband zum Literaturnobelpreis angekündigt werden, der die Verleihung sowie die dazu veröffentlichten Berichte und Reaktionen dokumentieren soll.


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Max Ackermann: Die Kultur des Hörens. Wahrnehmung und Fiktion. Texte vom Beginn des 20. Jahrhunderts.

Nürnberg: Hans Falkenberg/Institut für Alltagskultur, 2003. 520 Seiten. ISBN 3-927332-20-8. Preis: € 44,--.

Rezensiert von Christine Ehardt

By the Telephone Sound is converted into Electricity, and then by completing the circuit, back into sound again. Jones converts all the pretty Music he hears during the Season into Electricity, bottles it and pops it away in Bins for his Winter Parties. All he has to do, when his guests arrive, is to select, uncork, and then complete the Circuit. And there you are. (Punch, Almanack 1878)


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Martin Stern (Hg.): "I glaub, Euch lauft die ganze Welt in d' Kling": Don Giovanni als Hanswurstiade. Drei süddeutsche Puppenspieltexte des 18. Jahrhunderts.

Neudruck nach J. Scheibles Das Kloster, Stuttgart 1846. Mit einem Nachwort von Martin Stern (Quodlibet: Publikationen der Internationalen Nestroy-Gesellschaft, Bd. 4). Wien: Lehner, 2004. 104 S., 6 Abb. ISBN 3-901749-33-0. Preis: € 14,40/sfr 25,00.-

Rezensiert von Otto G. Schindler

Martin Stern, der vor allem für seine Frankfurter Hofmannsthal-Ausgabe bekannte, nunmehr emeritierte, aber erfreulich aktive Basler Germanist, hat als vierten Band der Reihe "Quodlibet" einen Neudruck von Don Giovanni-Texten vorgelegt, die der für seine Editionstätigkeit bekannte Stuttgarter Antiquar J. Scheible aus dem Fundus schwäbisch-alemannischer Puppenspieler zusammengetragen und 1846 in seiner Sammlung Das Kloster veröffentlicht hat.


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Robert Blanchet: Blockbuster. Ästhetik, Ökonomie und Geschichte des postklassischen Hollywoodkinos.

Marburg: Schüren 2003. ISBN 3-89472-342-4. 272 S., zahlr. Abb. Preis: € 20,40/sfr 34,40.

Rezensiert von Gerald Singer

"Blockbuster" bezeichnete ursprünglich - zur Zeit des Zweiten Weltkriegs - eine Bombe, die mit einem Schlag ganze Häuserblöcke zerstören konnte (S. 132). Der Begriff wurde in den Fünfzigerjahren von Hollywood aufgegriffen und steht bis heute für die majoritäre Form eines Spektakelkinos, das durch standardisierte Erzählmuster, hohen (technologischen) Schauwert und aggressives, globales Marketing gekennzeichnet ist.


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Ronald M. Hahn, Rolf Giesen, unter Mitarbeit von Volker Jansen: Das neue Lexikon des Horrorfilms. 2000 Filme von Dracula bis Monster AG, von Freitag der 13. bis Scream. Alles über die dunkle Seite des Kinos.

Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2002. ISBN 3-89602-507-4. 780 S., zahlreiche s/w Abbildungen. Preis: € 30,80/sfr 52,20. -

Rezensiert von Andrea B. Braidt

"Seit Bestehen des Kinos, seit 1898 eine Riesenfledermaus in Georges Méliès' Le Manoir du Diable flatterte und sich in Mephistopheles verwandelte, hat der Horrorfilm zahlreiche Metamorphosen durchgemacht. Sie alle sagen etwas über die Zeit aus, in der das jeweilige Produkt entstanden ist, und über den (Geistes-)Zustand der Zuschauer, der sich aus christlich verbrämter Mystik, unbefriedigten sexuellen Albträumen, postpubertären Gewissensbissen und einer ungesunden Portion Sadomasochismus zusammensetzt. [...]


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Erika Fischer-Lichte: Ästhetik des Performativen.

Frankfurt am Main: Suhrkamp 2004. ISBN 3-518-12373-4. 378 S. Preis: € 14,40/sfr 25,70.

Rezensiert von Michael Csulich

Der Begriff Performativität stellt in den geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen seit rund 15 Jahren ein besonderes Reizwort da. Nach der Zäsur des linguistic turn versucht jener sich seit den späten 1990er Jahren vollziehende Paradigmenwechsel des performative turn Antworten auf die Frage bezüglich des grundsätzlich inszenatorischen Charakters kultureller Sinnproduktionen zu geben.


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Renate Kroll (Hg.), Metzler Lexikon Gender Studies Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe.

Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler 2002. ISBN 3-476-01817-2. 425 S. Preis: € 41,10/sfr 64,--.

Rezensiert von Beate Hochholdinger-Reiterer

2000 erschien bei Metzler mit dem Sammelband Gender-Studien. Eine Einführung , hg. von Christina von Braun und Inge Stephan, eine erste deutschsprachige Bestandsaufnahme der mittlerweile nahezu unüberschaubar gewordenen Geschlechterforschung.


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Marcus Junkelmann: Hollywoods Traum von Rom. "Gladiator" und die Tradition des Monumentalfilms. (Kulturgeschichte der antiken Welt 94).

Mainz am Rhein: Philipp von Zabern 2004. ISBN 3-8053-2905-9. 462 S. mit Abb. Preis: € 59,90/sfr 102,--.

Rezensiert von Bruno Weinhals

"Warum wurden so lange keine Filme dieser Art gedreht, warum gerade jetzt? Wie setzt sich 'Gladiator' mit seinen großen Vorbildern auseinander, was hat er mit ihnen gemeinsam, worin unterscheidet er sich? Wie kommt er bei Publikum und Kritik an? Und was ist vom Standpunkt des Historikers und Archäologen zu diesem Film zu sagen?" (S. 5)


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Peter Reichel (Hg.): Studien zur Dramaturgie. Kontexte - Implikationen - Berufspraxis. (Schriftenreihe: Forum modernes Theater 27).

Tübingen: Gunter Narr 2000. ISBN 3-8233-5227-X. 596 S. Preis: € 65,80/sfr 108,--.

Rezensiert von Gerald Maria Bauer

Studien zur Dramaturgie. Kontexte – Implikationen - Berufspraxis lautet ein von Peter Reichel herausgegebener Sammelband, der die Schriftenreihe "Forum Modernes Theater" um einen Band bereichert und unter dem "Signum der Vorläufigkeit" – wie in der Vorbemerkung explizit betont wird – einen Endbericht über ein Forschungsprojekt der Gründungsfachrichtung Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig präsentiert.


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Georg Seeßlen: David Lynch und seine Filme. (Arte Edition).

Marburg: Schüren 2003. ISBN 3-89472-345-9. 256 S., ca. 350 Abb. Preis: € 20,40/sfr 34,40.

Rezensiert von Beate Hofstadler

Georg Seeßlen setzt sich mit den Filmen David Lynchs auseinander. Man darf gespannt sein, denn der Autor schrieb sich bereits mit vielen Grundlagentexten zum populären Kino in die Filmlandschaften ein.


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Elisabeth Büttner und Christian Dewald: Das tägliche Brennen. Eine Geschichte des österreichischen Films von den Anfängen bis 1945.

Salzburg, Wien: Residenz 2002. ISBN 3-7017-1261-1. 504 S., 300 Abb. Preis: € 34,90/sfr 61,--.

Rezensiert von Brigitte Puchegger

Elisabeth Büttner und Christian Dewald legen mit ihrem Werk Das tägliche Brennen. Eine Geschichte des österreichischen Films von den Anfängen bis 1945 ein Standardwerk zur österreichischen Filmgeschichte vor. (Der zweite Band Anschluß an Morgen, der die Thematik von 1945 bis zur Gegenwart beschreibt, ist bereits 1997 erschienen.)


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Lefèvre, Eckard: Terenz' und Menanders Eunuchus. (Zetemata 117).

C.H. Beck: München 2003. ISBN 3-406-51742-0. 220 S. Preis: € 51,30/sfr 81,50.

Rezensiert von Matthias Johannes Pernerstorfer

Nach den Untersuchungen zum Phormio (1978), zum Heautontimorumenos (1994) und zur Hecyra (1999) legt Eckard Lefèvre mit Terenz' und Menanders Eunuchus seine vierte Monographie zu einer Komödie des Terenz vor.


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Elizabeth Ivory Tylawsky: Saturio's Inheritance. The Greek Ancestry of the Roman Comic Parasite.

New York u.a.: Peter Lang 2002. (Artists and Issues in the Theatre. 9). ISBN 0-8204-4128-7. 192 S. Preis: € 61,--/sfr 89,--.

Rezensiert von Matthias Johannes Pernerstorfer

Elizabeth Ivory Tylawsky legt mit ihrer Monographie Saturio's Inheritance. The Greek Ancestry of the Roman Comic Parasite die bislang umfangreichste Studie zum griechischen Parasiten, einem Phänomen der antiken Alltagswelt, Literatur und vor allem der Komödie, vor.


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Hans-Thies Lehmann: DAS POLITISCHE SCHREIBEN. Essays zu Theatertexten.

Berlin: Theater der Zeit 2002. (Recherchen. 12). ISBN 3-934344-16-X. 384 S. Preis: € 14,40/sfr 28,--.

Rezensiert von Andreas Englhart

Ob sich die Welt nach dem 11. September 2001 so verändert hat, daß man von einer grundsätzlich neuen Weltpolitik sprechen muß, ist eine Frage, die in den Feuilletons anhaltend diskutiert wird.


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Inka Kording und Anton Philipp Knittel (Hg.): Heinrich von Kleist. Neue Wege der Forschung.

Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2003. ISBN 3-534-15813-X. 299 S. Preis: € 25,60/sfr 42,30.

Rezensiert von Monika Meister

Flüchtiger Halt - Ein Sammelband zu Heinrich von Kleist im Kontext neuerer Forschungsliteratur. Der von Anton Philipp Knittel und Inka Kording herausgegebene, kürzlich erschienene Band der Reihe Neue Wege der Forschung ist Heinrich von Kleist (zum 225. Geburtstag des Dichters) gewidmet.


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Christina Jung-Hofmann: Wirklichkeit, Wahrheit, Wirkung. Untersuchungen zur funktionalen Ästhetik des Zeitstückes der Weimarer Republik.

Frankfurt am Main, Berlin, Bern u.a.: Peter Lang 1999. (Studien zur Deutschen und Europäischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. 40). ISBN 3-631-34387-6. 378 S. Preis: € 57,--/sfr 83,--.

Rezensiert von Brigitte Dalinger

Sehr genau setzt sich Christina Jung-Hofmann in der vorliegenden Arbeit, die 1997 als Dissertation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz entstand, mit dem Begriff und der Programmatik des Zeitstückes in der Weimarer Republik auseinander.


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Joel Berkowitz: Shakespeare on the American Yiddish Stage.

Iowa City: University of Iowa Press 2002. (Studies in Theatre History & Culture.) ISBN 0-87745-800-6. 283 Seiten. Preis: € 33,22.

Rezensiert von Brigitte Dalinger

Der Hauptteil von Joel Berkowitz' Buch besteht aus fünf Kapiteln, deren jeweilige Überschriften zeigen, welche Dramen Shakespeares auf dem amerikanisch-jiddischen Theater besonders einflußreich waren.


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Reinhart Meyer-Kalkus: Stimme und Sprechkünste im 20. Jahrhundert.

Berlin: Akademie Verlag 2001. ISBN 3-05-003596-X. 508 S. Preis: € 46,10/sfr 79,--.

Rezensiert von Monika Meister

Die vorliegende Studie von Reinhart Meyer-Kalkus widmet sich den vielfältigen Aspekten der Physiognomik der Stimme, begnügt sich aber nicht damit, sondern setzt dieser eine historische Anthropologie der Stimme und der Sprechkünste im 20. Jahrhunderts entgegen.


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Siegfried Zielinski: Archäologie der Medien. Zur Tiefenzeit des technischen Hörens und Sehens.

Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2002. ISBN 3-499-55649-9. 400 Seiten. Preis: € 17,90/sfr 29,--

Mit seinem neuen Buch legt Siegfried Zielinski nicht nur ein spannendes Stück Mediengeschichte vor, sondern auch ein Plädoyer für unkonventionelles und experimentelles wissenschaftliches Arbeiten. Nachdem Zielinski bereits mit seinen Audiovisionen von einer linearen (Medien-)Geschichtsschreibung abgewichen ist und es gekonnt verstanden hat, ein breites Bild audiovisueller Experimente und Medienformen vorzustellen, geht er in seinem neuen Buch einen Schritt weiter und spürt hier den frühen Konzepten technischen Hörens und Sehens nach. Das reicht zurück bis Empedokles, der als Heuristiker der Schnittstelle betrachtet wird, und führt bis zu Gastev, jenem russischen Künstler und Ingenieur, der sich der Rationalisierung der Arbeitswelt verschrieben hatte. Zielinskis Sympathie gehört den experimentierfreudigen und risikobereiten Pionieren, die er in einer historischen Konstellation zeigt, in der die zukünftige technische Entwicklung eben noch nicht klar war und sich eine Vielzahl möglicher Lösungen anbot.


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Christian Hißnauer und Thomas Klein (Hg): Männer Machos Memmen. Männlichkeit im Film.

Mainz: Bender 2002. ISBN 3-9806528-9-0. 293 S. m. Abb. Preis: € 15,90.

Rezensiert von Beate Hofstadler

Vorweg einige Begriffsklärungen, wie sie der Etymologie-Duden vorschlägt: "Macho" entspricht einer übersteigerten Männlichkeit. "Memme" wird seit dem 16. Jahrhundert als Schimpfwort für Müttersöhnchen oder Feigling verwendet. Bedenkt man, dass "memme, mamme" Ableitungen der "Mutterbrust und Mutter" sind, finden sich hier sprachliche Nachweise für die häufig zu beobachtende Angst vieler Männer vor Weiblichkeit. Macho und Memme bilden gewissermaßen ein Zwillingspaar. Vielleicht finden wir hier Wurzeln zu dem in diesem Band abgedruckten Aufsatz Grutesers über Männerpaare im Film, denen, so schreibt er, immer etwas Komisches anhaftet. Dieses Komische lässt sich leicht als Attribut von Weiblichkeit ausmachen. Auf die Tabuisierung der Homoerotik dieser Paare kommt er nicht zu sprechen.


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Dylan Evans: Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse.

Aus dem Englischen von Gabriella Burkhart. Wien: Turia + Kant 2002. ISBN 3-85132-190-1. 383 S. Preis: € 40,--.

Rezensiert von Beate Hofstadler

Die freudsche Psychoanalyse hat eines. Die kleinianische Psychoanalyse hat eines. Nun hat auch die lacanianische Psychoanalyse eines: ein Wörterbuch (in deutscher Sprache). Damit sind die drei psychoanalytischen Hauptrichtungen benannt. Auch wenn alltagssprachlich von der Psychoanalyse die Rede ist, sind wir mit unterschiedlichsten psychoanalytischen Schulen und Konzeptionen konfrontiert, die sich mehr oder weniger aus der freudschen triebtheoretischen Tradition entwickelt haben. Das Vokabular der Psychoanalyse von Jean Laplanche und Jean-Bertrand Pontalis (1967, deutsche Übersetzung 1972) gilt als Einführungslexikon für die freudsche (triebtheoretische) Psychoanalyse. (Pontalis veröffentlichte Zusammenfassungen früher "Seminare" Lacans.) Robert Hinshelwood brachte das Wörterbuch der kleinianischen Psychoanalyse (1989, deutsche Übersetzung 1993) heraus, in dem er die wichtigsten Konzepte Melanie Kleins und postkleinianischer TheoretikerInnen (etwa Wilfred Bion) darstellt.


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Peter Heßelmann: Gereinigtes Theater? Dramaturgie und Schaubühne im Spiegel deutschsprachiger Theaterperiodika des 18. Jahrhunderts (1750-1800).

Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann 2002 (Das Abendland. N. F. 31). ISBN 3-465-03216-0. 512 S. Preis: € 79,--.

Rezensiert von Beate Hochholdinger-Reiterer

Als zentrale Untersuchungsgegenstände seiner Publikation Gereinigtes Theater? Dramaturgie und Schaubühne im Spiegel deutschsprachiger Theaterperiodika des 18. Jahrhunderts (1750-1800) nennt Peter Heßelmann das Theater als Institution und audio-visuelles Medium, die Schauspieler als Produzenten und die Zuschauer als Rezipienten der Bühnenkunst. Vornehmlich diesen drei genannten Bereichen galten im 18. Jahrhundert auch die Bemühungen der Theaterreformer. Heßelmann untersucht nun aus funktionsgeschichtlicher und zivilisationstheoretischer Sicht, inwiefern die Forderungen der Reformer im Theateralltag umgesetzt worden sind. Als Material wählt er sich Theaterperiodika des 18. Jahrhunderts, die als die wesentlichen schriftlichen Zeugnisse dieser Reformierungsversuche in den vergangenen Jahren verstärkt ins Zentrum wissenschaftlichen Interesses gerückt sind.


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Ralf Kurtze: Das jiddische Theater in Berlin um die Jahrhundertwende.

Köln: Teiresias Verlag 2001 (Theaterwissenschaft. 8). ISBN 3-934305-23-7. 174 S. Preis: € 22,50.

Rezensiert von Brigitte Dalinger

Laut Angaben des Autors Ralf Kurtze verfolgte das vorliegende Buch drei Ziele: die Darstellung des Lebens und Wirkens des Schauspielers Jizchak Löwy, der aufgrund seiner Freundschaft mit Franz Kafka und dessen Beschreibungen seiner Schauspielkunst zumindest Kafka-Kennern ein Begriff ist; weiters die Darstellung des polizeilichen Zensurwesens in Preußen um die Jahrhundertwende und den Vergleich zwischen den Original- und Zensurfassungen zweier ausgewählter jiddischer Theaterstücke, Sulamith von Abraham Goldfaden und Die Sedernacht von Joseph Lateiner.


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"Alohomora!" Ergebnisse des ersten Wiener Harry-Potter-Symposions.

Hg. v. Heidi Lexe. Wien: Edition Praesens Verlag für Literatur- und Sprachwissenschaft 2002 (Kinder- und Jugendliteraturforschung in Österreich. 2). 126 S. ISBN 3-7069-0141-2. Preis: € 24,--.

Rezensiert von Bruno Weinhals

Der Band faßt die Vorträge der Veranstaltung Harry-Potter-Symposion. Literarische, psychologische und theologische Aspekte eines Phänomens zusammen, die am 9./10. November 2001 in Wien stattgefunden hat.


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Rolf Schwendter: Lesetheater.

Wien, St. Peter am Wimberg: Edition die Donau hinunter 2002. 157 S. ISBN 3-901233-20-2. Preis: € 22,60/sfr 32,--.

Rolf Schwendter, Liedermacher und Autor, Professor für Devianzforschung an der Gesamthochschule in Kassel, Mitbegründer und Funktionsträger vieler kultureller und sozialpolitischer informeller Gruppen und Initiativen, beschäftigt sich in dem vorliegenden Buch mit einer seiner zahlreichen Aktivitäten: dem Lesetheater (genauer: Erstes Wiener Lesetheater und Zweites Stegreiftheater). Für Schwendter, der die gesellschaftliche Devianz, also abweichendes Normverhalten, definiert, analysiert und dokumentiert (u.a. Theorie der Subkultur, 1971), ist die Aktivität für sein Lesetheater auch ein Teil der Erforschung sozialer Strukturen, zugleich aber auch aktiv-teilnehmendes, lustvoll-künstlerisches Agieren und bisweilen auch Agitieren. Nicht mit lautem Widerstand, Hohn und Aggressivität kämpft Schwendter gegen verlogene Gesellschaftsstrukturen und -inhalte. Seine Auftritte sind geprägt von Ideenreichtum, konzentrierter Beherrschung psychisch-physischer Verfaßtheit, Präsens und Sensibilität aller Sinne und vor allem auch gekennzeichnet durch kollektive kommunikative Begegnungen, die schon im Ausschreiben und Verteilen der einzelnen Rollen eine erstaunlich intuitive Einbeziehung von Persönlichkeitsbildern erkennen lassen.


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Deutschsprachiges Theater in Prag. Begegnungen der Sprachen und Kulturen.

Hg. v. Alena Jakubcová, Jitka Ludvová, Václav Maidl. Prag: Divadelní ústav 2001. 511 S. ISBN 80-7008-111-2. Preis unbekannt.

Rezensiert von Katharina Wessely

Der Sammelband Deutschsprachiges Theater in Prag. Begegnungen der Sprachen und Kulturen, herausgegeben vom Prager Theaterinstitut, ist aus einem internationalen Kolloquium hervorgegangen, das im Juni 2000 in Prag zu eben diesem Thema stattgefunden hat. Der Band stellt gleichsam ein Who is who der Theaterforschung zu diesem Thema dar. Besonders erwähnenswert ist in dem Zusammenhang die Internationalität der BeiträgerInnen. Neben Forschern und Forscherinnen aus Tschechien finden sich auch WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Österreich und der Slowakei. Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist gerade bei diesem Thema besonders wichtig. Aufgrund der geschichtlichen Entwicklung der deutschsprachigen Theater in Böhmen und Mähren (aber auch in der Slowakei), zu der relevante Quellen sowohl in Prager als auch in Wiener oder Berliner Archiven zu finden sind, ist die gemeinsame Forschung unerläßlich. Nur vor dem Hintergrund der verschiedenen nationalen Theatergeschichten wird die spezifische Geschichte des deutschsprachigen Theaters in Prag sichtbar.


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Theaterkunst & Heilkunst. Studien zu Theater und Anthropologie.

Hg. v. Gerda Baumbach unter Mitarbeit von Martina Hädge. Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2002. XV, 461 S. mit Abb. ISBN 3-412-08801-3. Preis: € 64,80/sFr 110,--.

Rezensiert von Birgit Peter

Dieser Sammelband zu dem jungen Forschungsbereich Theateranthropologie kann als Zeugnis der geglückten Zusammenwirkung von inter- bzw. transdisziplinärer Forschung und Lehre gesehen werden. Basierend auf einem mehrsemestrigen Forschungsseminar am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig und in der Folge in Zusammenarbeit mit den theaterwissenschaftlichen Instituten von Bern und Wien sowie dem Wiener Universitätsinstitut für Geschichte der Medizin versammelt die Herausgeberin Gerda Baumbach WissenschafterInnen aus den Bereichen Theaterwissenschaft, Medizingeschichte, Ethnologie und Musikwissenschaft. Das Anliegen dieses Bandes besteht zum einen darin, den (theater-)anthropologischen Diskurs um das Zusammenspiel von Theaterkunst und Heilkunst zu eröffnen und zu bereichern, zum anderen sollen aber auch wesentliche Quellen und Dokumente - die ausführlich dargestellt werden - zusammengetragen und zugänglich gemacht werden. Der zeitliche Rahmen der Forschungsgegenstände spannt sich hauptsächlich zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert.


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Joel Black: The Reality Effect. Film, Culture and the Graphic Imperative.

New York, London: Routledge 2002. 286 S. ISBN 0-415-93721-3. Preis: € 26,99.

Der amerikanische Literaturwissenschaftler Joel Black begibt sich in Reality Effect auf eine exploratorische Studie durch die zeitgenössische Mediengestaltung. Das Ergebnis ist eine umfangreiche, detailverliebte Arbeit, in der auf intelligente und unterhaltsame Art die Medienproduktion und -rezeption kulturkritisch betrachtet wird.


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David Fincher.

Hg. v. Frank Schnell. Berlin: Bertz 2002 (film. 11). 272 S. 774 Fotos/Bildsequenzen. ISBN 3-929470-81-0. Preis: € 20,50/sfr 35,90.

Rezensiert von Matthias Wittmann

Where is my mind? Oder: Wer sich mit Fincher herumschlägt, mag zusehen, dass er nicht zu Fincher wird.

 

"Es gibt da diesen Ort; es ist eine Fabrik, und du weißt nicht so recht, was darin vorgeht. Aber du weißt, dass du dein Geld am einen Ende hineinsteckst und dass am anderen eine Kassette herauskommt." David Fincher, Mitte der 80er, über sein Selbstverständnis als Regisseur


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Moderne Film Theorie.

Hg. v. Jürgen Felix. Mainz: Theo Bender 2002 (filmforschung. 3). 320 S. ISBN 3-9806528-1-5. Preis: € 18,50.

Rezensiert von Matthias Wittmann

Es fällt nicht gerade leicht, innerhalb des Dschungels an gegenwärtig zirkulierenden Filmtheoremen Orientierung bzw. Überblick zu gewinnen. Wollte man eine kartografische Zusammenschau der aktuellen Filmansätze erstellen, dann würde wohl jenes Deleuzsche Rhizom herauskommen, das mittlerweile zum Quasi-Dingsymbol postmoderner Vielfalt geworden ist; ein zentrumsloses, enthierarchisiertes Netzwerk an Theoremen und Methoden mit grenzenlosen Koppelungs- und Kombinationsmöglichkeiten, das sich ständig neu formiert.


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Theatralität und die Krisen der Repräsentation. DFG-Symposion 1999.

Hg. v. Erika Fischer-Lichte. Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler 2001 (Germanistische Symposien Berichtsbände. 22). 620 S. ISBN 3-476-01827-X. Preis: € 102,80/sfr 146,--.

Im September 1999 wurde im Rahmen der DFG-Symposien in Berlin eine Konferenz mit dem Titel Theatralität und die Krisen der Repräsentation abgehalten, bei der die "Theatralität als heuristisches Instrument bei der Untersuchung der beiden großen Repräsentationskrisen in der europäischen Kultur eingesetzt werden [sollte], die wiederholt für das ausgehende 16./das 17. Jahrhundert und für das ausgehende 19./das 20. Jahrhundert diagnostiziert worden sind" (S. 4) - so die Herausgeberin des voluminösen - 620 Seiten umfassenden - Sammelbandes, der in überarbeiteter Form Beiträge, Vorträge und Diskussionen des Symposions vereint und wiedergibt.


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Michael Hüttler, Susanne Schwinghammer, Monika Wagner (Hrsg.): Aufbruch zu neuen Welten: Theatralität an der Jahrtausendwende.

Frankfurt/M.: IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation 2000. (Schriften der Gesellschaft für TheaterEthnologie. Bd. 1) ISBN 3-88939-542-2. Preis: ATS 364,-/DM 49,80/sFr 49,80.

Rezensiert von Gabriele Pfeiffer

Die Idee, sich in einen Diskurs einzuschreiben, der sich gegen den Eurozentrismus wehrt, diesen aufdeckt und versucht, ihm etwas entgegenzustellen, war Leitgedanke für die Gründung der "Gesellschaft für TheaterEthnologie" und hat sich nun auch im ersten von dieser Gesellschaft herausgegebenen Buch manifestiert. Es ist dies der erste Band einer geplanten Schriftenreihe, die der Dekonstruktion eines eurozentrisch definierten Theaterbegriffs und der Dekonstruktion des Kulturbegriffs gewidmet ist. Die als Sammelbände konzipierten Publikationen offerieren eine Vielfalt an theoretischen wie methodologischen Ausführungen. In Aufbruch zu neuen Welten: Theatralität an der Jahrtausendwende sind unterschiedlichste Essays und Beiträge von WissenschafterInnen und TheaterpraktikerInnen zu künstlerischer wie wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit Performanceformen publiziert, zum Teil erstmals in deutscher Sprache.


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Heinz Thomas: Jeanne d' Arc. Jungfrau und Tochter Gottes.

Berlin: Alexander Fest Verlag 2000. 512 S. ISBN 3-8286-0065-4. Preis: € 35,--/sfr 56,40.

Rezensiert von Monika Meister

Die Geschichte der Jeanne d' Arc aus dem Blickwinkel eines Historikers

 

Eine historische Studie über das Leben der Jeanne d'Arc läßt von vorneherein großes Interesse erwarten, ist doch diese Frau seit Jahrhunderten Projektionsfläche höchst widersprüchlicher Zuordnungen, disparater religiöser, politischer, gesellschaftlicher und emotionaler Diskurse. Die "Gottgesandte" führte die französische Armee zum Sieg, nahm an der Krönung Karls VII. zum König teil, wurde von den Engländern festgenommen und von einem Kirchengericht als Ketzerin zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Die Legendenbildung um das bei ihrem "Opfertod" im Mai 1431 wenig mehr als zwanzig Jahre alte Mädchen setzte schon zu ihren Lebzeiten ein und erhielt sich über die Jahrhunderte lebendig, einer "Arbeit am Mythos" gleich. Die ihr zugeschriebenen Attribute werden manchmal auch mißbräuchlich umdefiniert, so etwa, wenn heute der französische Nationalistenführer Le Pen die Jungfrau als Kampfsymbol für die sogenannte "Einheit der Nation" auserkoren hat.


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Holger Wacker und Almut Oetjen: Tatort. Das große Buch für Fans. Von Schimanski und Thanner, Stoever und Brockmöller, Ballauf und Schenk bis Odenthal und Kopper. Alle 500 TATORT-Filme in einem Band - das Buch zur erfolgreichsten deutschen Krimiserie.

Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2002. 384 S., 376 Abb. ISBN 3-89602-404-3. Preis: € 25,60/sfr 42,30.

Fernsehen am Sonntagabend: Dreimal wird das Augenpaar eines verschlagen blickenden Mannes eingeblendet, ehe es von einem Fadenkreuz ins Visier genommen wird. Dann setzt Klaus Doldingers Tatort-Thema ein. Eine hektische Basslinie untermalt genretypische, suggestive Bilder. Ein Mann hält sich die Hände schützend vor das Gesicht. Ein Fingerabdruck wird über das Bild geblendet. Panische Flucht folgt. Der Zuschauer sieht die Beine eines flüchtenden Mannes auf nassem Asphalt im Dunkeln. Eine weiße Spirale beginnt ihre Schleifen über das Bild zu ziehen, bis der Flüchtende letztendlich symbolisch in dem über ihn geworfenen Netz gefangen ist. Das Thema setzt zum Schlussakkord an. Eine neue Tatort-Folge kann beginnen.


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Die Einübung des dokumentarischen Blicks. Fiction Film und Non Fiction Film zwischen Wahrheitsanspruch und expressiver Sachlichkeit 1895 - 1945

Hg. v. Ursula von Keitz und Kay Hoffmann. Marburg: Schüren 2001. 160 S. ISBN 3-89472-328-9. Preis: € 15,30/sfr 26,-.

Rezensiert von Mirko Schäfer

Der Beginn des Dokumentarfilms wurde jahrelang von der Filmgeschichte auf das Jahr 1926 datiert, als John Grierson in einer Rezension dem Film Moana von Flaherty "dokumentarischen Wert" beimisst. Zu diesem Zeitpunkt war das Kino fast drei Jahrzehnte alt. Dennoch wurden diese ersten 30 Jahre in der Dokumentarfilmdiskussion lange vernachlässigt. Neuere Studien lenken die Aufmerksamkeit auf die frühen Jahre des Films. Dies ist im Zusammenhang mit der Digitalisierung auch für den Dokumentarfilm interessant. Die Digitalisierung befreit den Dokumentarfilm endlich von dem Dogma Realität abbilden zu müssen. Das digitale Bild benötigt keine vorfilmische Realität und generiert seine Bilder nicht als Abbild einer vorfilmischen Realität, sondern als Abbild der Vorstellungskraft seines Produzenten.


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Frank Hartmann: Medienphilosophie

Wien: WUV 2000. 343 S. m. Abb. ISBN 3-8252-2112-1. Preis: € 20,50/sfr 33,50.-

Rezensiert von Günter Krenn

Die Buchbinderpresse auf dem Cover und die Tatsache, das gedruckte Medium gewählt zu haben, sind signifikant: Medienphilosophie von Frank Hartmann (Philosoph, Autor, Universitätsdozent) ist ein Buch, das sich mit der Entwicklung der modernen Medien in Reflexion auf das geschriebene Wort befaßt bzw. die Position der Philosophie innerhalb der neuen Entwicklung beleuchtet. Trotzdem er sich "für eine Seite entschieden hat", setzt der Autor seine Blickpunkte integrativ, es geht ihm um die Korrespondenz zwischen Technologie und Gesellschaft durch die "Kommunikologie" (Theorie der Kommunikation in unserer von medialen Übergängen geprägten kulturellen Welt).


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Heinrich von Kleist. Brandenburger Ausgabe. I/7 Die Herrmannsschlacht. Ein Drama.

Hg. v. Roland Reuß in Zusammenarbeit mit Peter Staengle. Frankfurt am Main, Basel: Stroemfeld 2001. 198 S. Brandenburger Kleist-Blätter 14. 911 S. ISBN 3-87877-342-0. Preis: € 119,--/sfr 201,--.

Rezensiert von Monika Meister

Die Herrmannsschlacht von Heinrich von Kleist ist nach wie vor ein irritierendes, verstörendes, auch abstoßendes Drama, ein ob seiner gewalttätigen Rede des Protagonisten Herrmann verdächtiges Stück. In eindimensionaler Lektüre, die Selbstreflexion des Textes nicht zur Kenntnis nehmend, lässt sich Die Herrmannsschlacht nur allzu leicht missinterpretieren und einzig als der Ideologiegeschichte des deutschen Nationalismus zugehörig verstehen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Kleist zu einem "Eck- und Grundpfeiler" des Spielplans, Die Herrmannsschlacht öfter gespielt als alle anderen Schauspiele Kleists. Erst die berühmte Bochumer Inszenierung 1982 von Claus Peymann wird das Stück gegen seine Geschichte als Lehrstück über den Partisanen-Kampf und Ehedrama zugleich entdecken und damit Kleists " Die Herrmannsschlacht" als antipatriotisches Schauspiel lesbar machen (Gert Voss und Kirsten Dene als Herrmann und Thusnelda). Die Namensschreibung von Herrmann ist, wie jeder Buchstabe bei Kleist genau gesetzt, hier das Geschlecht, die Männlichkeit verdoppelnd: Herr und Mann. Und auch wenn in zumindest einer Kleist-Ausgabe und mancher Literatur zu Kleists Drama Herrmann mit nur einem "r" geschrieben steht, verweist das auf nichts anderes als einen zumindest ungenauen Umgang der Philologie mit Kleists Text.


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Lars-Olav Beier und Georg Seeßlen (Hg.): Alfred Hitchcock.

Berlin: Bertz 1999 (film. 7). 480 S., m. Abb. ISBN 3-929470-76-4. Preis: ATS 321,--/DM 44,--/sfr 40,40/€23,20.--.

Rezensiert von Johannes Penninger

Alfred Hitchcock war bereits zu Lebzeiten der berühmteste Regisseur der Filmgeschichte. Beim Massenpublikum ebenso bekannt wie von Cineasten geschätzt, wurden sein Name - und sein unverwechselbares Gesicht - zur Trademark. Keinem anderen Regisseur werden so viele Klassiker zugeschrieben wie Hitchcock. Doch halten die öffentlich verteilten Vorschusslorbeeren auch einer kritischen Überprüfung stand? Kein anderer Regisseur hat sich selbst so gekonnt stilisiert wie Hitchcock. Werbung für seine Filme war auch immer Werbung für seine Person. Seinen Namen wusste er geschickt auch für das Fernsehen (Alfred Hitchcock presents, The Alfred Hitchcock Hour) und unzählige unter seiner Schirmherrschaft entstandene Publikationen (Alfred Hitchcock Krimi-Knüller, Die drei Fragezeichen, Alfred Hitchcock präsentiert: Geschichten, die mir meine Mutter nicht erzählte, Alfred Hitchcock: Geschichten, bei denen es sogar mir graust etc.) zu nutzen.


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Freddie Rokem: Performing History. Theatrical Representations of the Past in Contemporary Theatre. Studies in Theatre History and Culture.

Iowa: University of Iowa Press 2000. 242 S. ISBN 0-87745-737-5. Preis: € 53,24.

Rezensiert von Johannes Penninger

Geschichte schafft die kollektiven Identitäten der Gegenwart, das ist der zentrale Ansatz des vorliegenden Bandes. Freddie Rokem, Professor am theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Tel Aviv, Israel, und in Helsinki, unternimmt den Versuch, die Wechselwirkungen zwischen historischer und der theatraler Vergangenheit zu untersuchen. Er teilt das Thema in drei große Gruppen von Fallbeispielen, jeweils drei Inszenierungen werden präsentiert: "Refractions of the Shoah on Israeli Stages" (Yehoshua Sobol, Ghetto; Dudu Ma'ayan, Arbeit macht frei vom Toitland Europa; Hanoch Levin, The Boy Dreams), "Three European Productions about the French Revolution" (Peter Brook, Marat/Sade; Ariane Mnouchkine, 1789; Ingmar Bergman, Madame de Sade), "Three American Productions of Danton's Death".


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Fransceso Bono, Paolo Caneppele, Günter Krenn (Hg.): Elektrische Schatten. Beiträge zur Österreichischen Stummfilmgeschichte.

Wien: Filmarchiv Austria 1999. ISBN 3-901932-02-X. Preis: ATS 198,-

Rezensiert von Johannes Penninger

Die überaus rührigen Paolo Caneppele und Günter Krenn - Mitarbeiter des Filmarchivs Austria - sowie Francesco Bono - Filmkritiker und Historiker aus Rom - sind die Herausgeber eines weiteren lesenswerten Bandes der Schriftenreihe des Filmarchivs. Die österreichische Stummfilmgeschichte ist eine der interessantesten und gleichzeitig am wenigsten erforschten Perioden heimischen Filmschaffens; zu keiner anderen Zeit war der österreichische Film vermutlich international erfolgreicher als in diesen Tagen der Pioniere. Ernst Kieninger - der Leiter des Filmarchivs - weist in seiner knappen Einleitung bereits darauf hin, dass der Titel durchaus zweideutig verstanden werden kann: Einerseits bezeichnen "Elektrische Schatten" oder "Lebende Photographien"die stummen Filme kurz nach der Jahrhundertwende, andererseits spiegelt der Titel auch die Forschungssituation in Österreich wider, die zu dieser Thematik noch in den Anfängen steckt.


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Vernunft und Sinnlichkeit. Beiträge zur Theaterepoche der Neuberin. Ergebnisse der Fachtagung zum 300. Geburtstag der Friederike Caroline Neuber, 8. - 9. März 1997, Neuberin-Museum Reichenbach i. V.

Hg. v. Bärbel Rudin und Marion Schulz. Reichenbach i. V. 1999 (Schriften des Neuberin-Museums. 3). 262 S. ISBN 3-932626-03-6. Preis: € 30,80/sFr 58,50

Rezensiert von Daniela Weiss-Schletterer

Wer sie gekannt hat, bedarf meist keiner Vorstellung. Waren doch die berühmtesten Männer des 18. Jahrhunderts ihrer Bühne verbunden - ob als Zuseher oder Dramatiker, Kritiker oder Chronisten. Im Gegensatz zu diesen - Gottsched, Lessing und Goethe nur als bekannte Spitze der Zeitpyramide - ist Friederike Caroline Neuber ein Kapitel in der Theatergeschichte geblieben. Wohl wurde der als Neuberin berühmt gewordenen Prinzipalin, Schauspielerin und Autorin der Nachruhm nicht verweigert, das 19. Jahrhundert legte sie sogar nachhaltig auf die Rolle der Reformerin des deutschen Theaters fest, aber die Versuche ihrer Bühnenkunst tatsächlich gerecht zu werden, sind bis heute gezählt.


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Judith Butler: Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung.

Gender Studies. Aus dem Amerikanischen von Reiner Ansén. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2001 (es 1744). 260 S. ISBN 3-518-11744-0. Preis: € 10,30/sfr 18,70.-

Rezensiert von Michael Csulich

"Als Form der Macht ist die Subjektivation paradox." Diese grundlegende Beobachtung, thesenhaft an den Beginn ihres jetzt auch in deutscher Übersetzung greifbaren Buches The Psychic Life of Power. Theories in Subjection von 1997 gestellt, umreißt für Judith Butler nicht alleine die Janusköpfigkeit von Macht(-strukturen), wie sie die Autorin versteht, sondern ebenso, als dessen Produkt, das individuelle Subjekt als zwitterhaftes Geschöpf aus Unterwerfung und Emanzipation. Damit setzt Judith Butler einerseits jenen erhellenden Diskurs fort, der sie spätestens seit 1991, dem Erscheinungsjahr ihrer Gender Trouble international einem breiten Publikum bekannt gemacht hat und das Wechselspiel zwischen normativen Machtverhältnissen und heterosexueller Gesellschaftsordnung fokussiert.


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Jan-Christoph Hauschild: Heiner Müller oder Das Prinzip Zweifel. Eine Biographie.

Berlin: Aufbau 2001. 619 S., 40 Abb. ISBN 3-351-02516-5. Preis: ATS 437,--/DM 59,90/sfr 54,--.

Rezensiert von Monika Meister

Das vorliegende Buch ist die erste umfassende Darstellung von Leben und Werk Heiner Müllers, des überragenden und umstrittenen, am 30.12.1995 in Berlin verstorbenen Dichters, Dramatikers, Interviewpartners und unerbittlich kritischen Kommentators von Gegenwart und Geschichte. Heiner Müllers 1992 erschienene Autobiographie Krieg ohne Schlacht. Leben in zwei Diktaturen ermöglichte erstmals Einblick in die Hintergründe des von Unvereinbarkeiten gezeichneten Lebens und Schreibens und dies im Kontext zweier ideologisch entgegengesetzter politischer Systeme.


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Walter Boris Fischer: Kommunikation und Marketing für Kulturprojekte.

Bern: Paul Haupt 2001. 376 S., m. Abb. ISBN 3-258-06360-5. Preis: ATS 715,--/DM 98,--/sfr 78,--/€ 49,--.

Rezensiert von Karin Wolf

Marktorientierung und Kundennähe bilden die Voraussetzung für gewinnorientierte Wirtschaftsunternehmen. Wo aber steht die Kultur bezüglich Markt und Marketing? Soll und darf sich kulturelles Schaffen dem Markt und seinen Gesetzen unterordnen? In dieser pauschalen Formulierung trifft das sicher nicht zu, aber Kulturschaffende müssen sich stärker mit ihrem Markt befassen und die Wünsche ihres Publikums kennenlernen, um die richtigen Strategien und Instrumente zur Erreichung ihrer quantitativen Ziele wie Einnahmen und Publikumsfrequenz zu erreichen.


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Maria Goloubeva: The Glorification of Emperor Leopold I. in Image, Spectacle and Text.

Mainz: Verlag Philipp von Zabern 2000 (Veröffentlichungen des Instituts für europäische Geschichte Mainz. Abtlg. für Universalgeschichte. 184). 254 S. ISBN 3-8053-2704-8. Preis: ATS 569,--/DM 78,--/sfr 71,--.

Rezensiert von Gerald Maria Bauer

The Fabrication of Louis XIV. lautete der Titel einer ganz speziellen biographischen Darstellung über den "roi soleil". In seiner Methodenwahl einer interdisziplinären Medienkritik verhaftet, untersuchte der Autor Peter Burke, nach den Spielregeln höfischer Rationalität die Imagekonstruktion des Sonnenkönigs durch die absolutistisch verwalteten Medien und Künste. Das Ergebnis der Studie ließe sich folgendermaßen zusammenfassen: Portraits, Theater, Opern und Ballettaufführungen, panegyrische Dichtungen, ebenso Zeitungen und Münzen verfolgten allesamt ein vorrangiges Ziel: Bekenntnis im Sinne ihres Auftragsgebers abzugeben und so Ruhm, Glanz und Ansehen des absolutistischen Souveräns im In - und Ausland zu vermehren. Daß der fürstlichen Repräsentation in Zeiten, in welchen der Königshaushalt mit jenem des Staates ident war, eine unglaubliche realpolitische Relevanz zukam, wurde mit dem Begriff der höfischen Rationalität auf soziologische, ökonomische und juristische Weise erklärt.


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Gotthart Wunberg: Jahrhundertwende. Studien zur Literatur der Moderne. Zum 70. Geburtstag des Autors.

Hg. v. Stephan Dietrich. Tübingen: Gunter Narr 2001. 371 Seiten. ISBN 3-8233-5218-0. Preis: ATS 701,--/DM 96,--/sfr 86,--.

Rezensiert von Julia Danielczyk

Anläßlich des 70. Geburtstags von Gotthart Wunberg erschien zeitgerecht der Band Jahrhundertwende. Studien zur Literatur der Moderne. Der Herausgeber Stephan Dietrich versammelt in der vorliegenden Publikation ausgewählte Aufsätze Gotthart Wunbergs zur deutschsprachigen Literatur der Jahre 1880 bis 1930.

 


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Michael Brenner: Jüdische Kultur in der Weimarer Republik.

Aus dem Englischen übersetzt von Holger Fliessbach. München: C. H. Beck 2000. 316 S., 17 Abb., Leinen. ISBN 3-406-46121-2. Preis: ATS 496,--/DM 68,--/sfr 60,30.

Rezensiert von Brigitte Dalinger

Am Beginn seines Buches beschreibt Michael Brenner das geläufige Bild der Juden in der Weimarer Republik: das Bild von "Juden ohne Judentum", von Juden, die einerseits die Kultur der Weimarer Zeit entscheidend mitprägten, andererseits keine Bindung zu ihrem Judentum und dessen Kultur hatten. Im Buch wird dieses Bild revidiert.


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Heidelore Riss: Ansätze zu einer Geschichte des jüdischen Theaters in Berlin 1889-1936.

Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang 2000 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 30, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. Bd. 81). 270 S. ISBN 3-631-36636-1. Preis: DM 79,--.

Rezensiert von Brigitte Dalinger

Im vorliegenden Buch gibt Heidelore Riss einen Überblick über die jüdischen Theateraktivitäten, die in den Jahren 1889 bis 1933 in Berlin stattgefunden haben; darüber hinaus beschreibt sie die Folgen der "Machtübernahme" der Nationalsozialisten im Jänner 1933 auf die deutschen Theater sowie die Gründung und die Aufgaben des Kulturbundes Deutscher Juden.


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Alexandra Rainer: Gefährliche Planetengirls. Die Frauen auf der Enterprise.

Heidenau: PD-Verlag 2000. 236 S. ISBN 3-930737-89-2. Preis: ATS 204,--/DM 28,--/sfr 28,--.

Rezensiert von Katharina Wessely

Die Autorin hat es sich zur Aufgabe gestellt, die patriarchalen, sexistischen Muster, nach denen die Fernsehserie Star Trek funktioniert, aufzuzeigen. Bereits im Vorwort wird postuliert, daß Star Trek sexistisch ist und auftauchende Frauen nach der Logik der Serie eliminiert werden müssen, weil sie die "Gesamtpersönlichkeit", das "Triumvirat" der drei männlichen Hauptpersonen Kirk, Pille und Spock sonst gefährden würden.


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Marcus Stiglegger (Hg.): Splitter im Gewebe. Filmemacher zwischen Autorenfilm und Mainstreamkino.

Mainz: Theo Bender-Verlag 2000. 317 S., 30 Abb., Paperback. ISBN 3-9806528-2-3. Preis: DM 39,90.

Rezensiert von Matthias Wittmann

Splitter sind Fragmente, Bruchstücke. Als solche entziehen sie sich jeglichen Klassifikationsversuchen. Sie sind aus dem Ganzen ausgebrochen, definieren sich jedoch weiterhin über dieses (Immer)-Da, das System. Ununterbrochen versuchen sie, in dieses wieder einzubrechen. Das macht sie gewalttätig, unbequem und schmerzhaft. Sie schaffen sich ihre eigenen Nischen, Spalten, dort, wo zuvor keine für sie vorhanden waren, und verursachen weitere Splitterungen, Frakturen eben.


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Heide Hollmer und Albert Meier (Hg.): Dramenlexikon des 18. Jahrhunderts.

Unter Mitarbeit von Lars Korten und Thorsten Kruse. München: C. H. Beck 2001. 380 S. Leinen. ISBN 3-406-47451-9. Preis: ATS 500,--/DM 68,50/sfr 60,80/€ 34,80.

Rezensiert von Beate Hochholdinger-Reiterer

Mit dem von Heide Hollmer und Albert Meier unter Mitarbeit von Lars Korten und Thorsten Kruse herausgegebenen Dramenlexikon des 18. Jahrhunderts soll die "Lücke zwischen dem engen literaturgeschichtlichen Kanon und der weitaus differenzierteren Bühnenkultur der Zeit" geschlossen werden - ein hoher, großes Interesse erweckender Anspruch. Das Dramenlexikon enthält Inhaltsangaben und kurze Interpretationen von Theatertexten, die das kolportierte Wissen um die am deutschsprachigen Theater des 18. Jahrhunderts aufgeführten Stücke wesentlich erweitern wollen. Dass nur Werke des Sprechtheaters, "sofern sie im Druck überliefert und damit heute noch zugänglich sind", aufgenommen wurden oder werden konnten, ist verständlich, reduziert aber aus theaterwissenschaftlicher Sicht den Blick auf die erwähnte "Bühnenkultur" des 18. Jahrhunderts somit schon von vornherein.


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Andrea Amort und Mimi Wunderer-Gosch (Hg.): Österreich tanzt. Geschichte und Gegenwart.

Wien, Köln, Weimar: Böhlau Wien 2001. 344 S. m. Abb. ISBN 3-205-99226-1. Preis: ATS 548,--/DM 76,80/€ 39,80.

Rezensiert von Monika Mittendorfer

Im übergroßen Schatten, den das Musikland Österreich wirft, blieb lange Zeit verborgen, daß auch der Tanz hierzulande einen hohen Stellenwert besitzt. Im 18. Jahrhundert etwa gingen neben Frankreich, England und Italien deutliche Impulse auch von Wien aus, wo Jean Georges Noverre und Gasparo Angiolini wirkten und das Handlungsballett das Licht der Welt erblickte. Am Beginn des 20. Jahrhunderts, als weltweit neue Ausdrucksformen bewußt gegen die Tradition des klassischen Balletts erprobt und entwickelt wurden, steuerte Österreich mit Grete Wiesenthal und Gertrud Bodenwieser zwei der wichtigsten Vertreterinnen des modernen Ausdruckstanzes bei. Und seit den frühen achtziger Jahren schließlich erlebt auch in Österreich die Tanzszene einen großen Aufschwung.


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Jürgen Hein und Claudia Meyer: Theaterg'schichten. Ein Führer durch Nestroys Stücke.

Wien: J. Lehner 2001. (Quodlibet. Publikationen der Internationalen Nestroy-Gesellschaft. 3.) 352 S., 24 Abb. ISBN 3-901749-21-7. Preis: ATS 348,--/DM 48,--/sfr 42.90,--.

Rezensiert von Mathias Spohr

In Österreich hat eine volkstümelnde Aufführungstradition lange Zeit ein einseitiges Bild von Johann Nestroy propagiert und seinen bissigen Witz verniedlicht. Und auch im Ausland hält man ihn mitunter noch für einen jener lokalen Dialektdichter, die vergangene goldene Zeiten wiederaufleben lassen, "humorvoll" und "in mildem Licht". Daß Nestroy zu einer großstädtischen Unterhaltungsindustrie gehörte wie heute auf seine Art Woody Allen, wird in diesem ideologischen Kontext nicht gern zur Kenntnis genommen. Das liegt aber auch an der mangelnden Kenntnis seiner Stücke, von denen nur vier oder fünf im Repertoire präsent sind. Einst wurden sie auch nicht für die Ewigkeit, sondern für den Tagesbedarf geschrieben und sind in der Regel Bearbeitungen. Manche Passagen sind wörtlich übersetzt, zumeist aus dem Französischen, und Nestroys Kunst liegt in der variierenden Ausarbeitung seines Modells.


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Birgit Wiens: "Grammatik" der Schauspielkunst. Die Inszenierung der Geschlechter in Goethes klassischem Theater.

Tübingen: Niemeyer 2000 (Theatron. Studien zur Geschichte und Theorie der dramatischen Künste. 31.) 248 S. ISBN 3-484-66031-7. Preis: ATS 599,--/DM 82,--/sfr 75,--.

Rezensiert von Daniela Weiss-Schletterer

Nichts ist unbekannter als das vermeintlich Bekannte - das ist der Tenor, den Birgit Wiens bereits auf den ersten Seiten ihrer hervorragenden Studie im Lesepublikum anstimmt und bis zum Schlußwort nicht mehr abklingen läßt. Denn wer sich beim Thema "Goethe und Weimar", wenn nicht auf gesichertem, so doch auf bereitetem Terrain glaubt, wird von der einleitenden Formulierung wesentlicher Fragen und Perspektiven jäh auf den Boden wissenschaftlicher Selektion zurückgeholt.


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Vittorio Hösle: Woody Allen: Versuch über das Komische.

München: C. H. Beck 2001. 130 S. m. Abb. ISBN 3-406-47265-6. Preis: ATS 204,--/DM 28;--/sfr 26,--.

Rezensiert von Günter Krenn

 

"Ich habe Kurse für Schnelllesen belegt, es ist mir gelungen, den ganzen Roman Krieg und Frieden in zwanzig Minuten zu lesen. Es handelt von Russland..." - An diesen Ausspruch von Woody Allen fühlt man sich erinnert, wenn man die mittlerweile beachtliche Zahl jener Publikationen studiert, die sich mit seiner Person beschäftigen. In vielen Fällen "handeln" sie bestenfalls von Allen. Doch es gibt Ausnahmen, dazu gehört die von Vittorio Hösle im Verlag C. H. Beck herausgegebene Studie Woody Allen: Versuch über das Komische.

 


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Astrid Böger und Herwig Friedl (Hg.): FrauenKulturStudien. Weiblichkeitsdiskurse in Literatur, Philosophie und Sprache.

Tübingen, Basel: Francke 2000. (Kultur und Erkenntnis. 26). 335 S. m. Abb. ISBN 3-7720-2417-3. Preis: ATS 628,--/DM 86,--/sfr 77,--.

Rezensiert von Beate Hofstadler

Der Sammelband dokumentiert eine Vorlesungsreihe, die im Wintersemester 1997/98 an der Heinrich-Heine-Universität stattgefunden hat. Gemeinsame Koordinate dabei war der Forschungsschwerpunkt "Frau" im Kontext von FrauenKulturStudien. Dabei wird keine spezifische Strömung bzw. kein einzelner feministischer Ansatz vertreten, es wird vielmehr das weite Feld unterschiedlichster feministischer Diskurse aus den Bereichen Frauenstudien und feministische Kultur- und Literaturkritik präsentiert. So reichen die vertretenen Denkansätze von den Anfängen der Frauenforschung bis zu poststrukturalistischen Konstruktionsansätzen. Dies erklärt vielleicht auch, warum in manchen Beiträgen über "die Frau" wie über eine natürliche Gegebenheit geschrieben wird und Konstruktionsprozesse bezüglich des sozial-kulturellen Geschlechts weitgehend ausgespart bleiben. Wie der Titel ankündigt, werden Weiblichkeitsdiskurse insbesondere aus Literatur, Philosophie und Linguistik veranschaulicht. Dabei ist eine Sammlung unterschiedlichster, teilweise spannender Aufsätze entstanden.


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Eveline Kilian und Susanne Komfort-Hein (Hg.): GeNarrationen. Variationen zum Verhältnis von Generation und Geschlecht.

Tübingen: Attempo 1999. 250 S. ISBN 3-89308-307-3. Preis: ATS 423,--/DM 58,--/sfr 56,--.

Rezensiert von Beate Hofstadler

Wie der Titel bereits ankündigt, bilden Generation und Narration die wesentlichen Anliegen dieses Sammelbandes. Er beinhaltet ein Erzählen über Generationskonzepte aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Sammelband ist aus einer Ringvorlesung zum Thema Generation und Geschlecht (Tübingen 1998) hervorgegangen. Die in ihm enthaltenen Artikel beleuchten Generationsverhältnisse aus transdisziplinären Blickwinkeln, diese sind in drei große Themenbereiche mit je unterschiedlichen Schwerpunkten gegliedert: Der erste Bereich beschäftigt sich mit medialen Repräsentationen von Generationen aus der Geschlechterperspektive sowie deren Auswirkung auf Identitätsbildung und Erinnerungsstiftung. Der thematische Bogen umfasst beispielsweise Altersrepräsentationen in Medien, Generationserfahrungen britischer MigrantInnen oder Erinnerungen an Tübinger Erzählcafés in den dreißiger Jahren.


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Eugenio Barba: Land of Ashes and Diamonds; My Apprenticeship in Poland, Followed by 26 Letters from Jerzy Grotowski to Eugenio Barba.

(Aberystwyth: Black Mountain Press, 1999; European Contemporary Classics/Theatre). 183 Seiten. ISBN 1-9028-6701-7 (paperback)

Rezensiert von Michael Hüttler

Das langerwartete neue Buch von Eugenio Barba, Leiter des Odin Teatret und Begründer der ISTA (International School of Theatre Anthropology), beinhaltet einen neuen Essay und bislang unveröffentlichte Briefe Jerzy Grotowskis an Barba.


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Bettina E. Schmidt, Mark Münzel (Hg.): Ethnologie und Inszenierung, Ansätze zur Theaterethnologie.

(Marburg: Curupira, 1998; Reihe Curupira, Bd. 5), 554 Seiten. ISBN 3-8185-0248-X.

Rezensiert von Michael Hüttler

Ethnologie und Inszenierung ist ein Sammelband mit Texten zur Theaterethnologie. Zwanzig Autoren bringen Beispiele für Ansätze zur Theaterethnologie (so der Untertitel) aus Europa, Lateinamerika, Afrika sowie Süd- und Südostasien. Diese Ansätze behandeln die vielschichtige Beziehung von Ethnologie, Theater und Inszenierung.


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Michael Achenbach, Paolo Caneppele, Ernst Kieninger: Projektionen der Sehnsucht. Saturn - Die erotischen Anfänge der österreichischen Kinematografie.

ca. 200 S. Wien 1999 (Edition Film und Text 1). ISBN 3-901932-04-6. Preis: ATS 149,- Projektionen der Sehnsucht. 12 ausgewählte Saturn-Filme 1906-1910. Edition Film und Text 1. 60 min. VHS/PAL/deutsch. Preis: ATS 298,- Video und Buch zusammen: ATS 398,-

Rezensiert von Christian Rapp

Mit einer Reihe von Enthüllungen hatte letzten Herbst das Filmarchiv Austria aufzuwarten: Eine neue Schriftenreihe wurde vorgestellt, die Edition Film und Text, die sich in ihrer ersten Ausgabe mit der frühen erotischen Filmproduktion in Österreich befaßt. Und eben diese - so die Autoren - habe nichts weniger als die österreichische Filmindustrie begründet. (S. 26)


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Volker Klotz: Gegenstand als Gegenspieler. Widersacher auf der Bühne: Dinge, Briefe, aber auch Barbiere.

Wien: Sonderzahl 2000. 281 S. ISBN 3-85449-170-0. Preis: ATS 248,--/DM 34,--/sfr 32,--.

Rezensiert von Christian Rapp

Volker Klotz ist einer jener seltenen Literaturwissenschaftler, die nicht nur eine akademische Professur mit praktischer Theaterarbeit mühelos zu vereinigen verstehen, sondern denen auch die Lust am Fabulieren und Entdecken ebenso wichtig ist wie der Gegenstand, dem sie sich widmen. Auch in seinem neuen Buch liegt, wie schon der geradezu barocke Titel ankündigt, ebensoviel Poesie wie Programm.


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Hermann Nitsch - Leben und Arbeit.

Aufgezeichnet von Danielle Spera. Wien, München: Brandstätter 1999. 262 S. mit zahlreichen meist farbigen Abb. ISBN 3-85498-005-1. Preis: ATS 993,--/DM 136,--/sfr 121,--.

Rezensiert von Michael Hüttler

Hermann Nitsch - Leben und Arbeit heißt ein großformatiger Kunstband mit vielen Fotos, der die mittlerweile mehr als 40 Jahre dauernde Karriere des Aktionisten und Malers Hermann Nitsch dokumentiert. Die Biografie, in Form eines von Danielle Spera geführten langen Interviews, stellt die Geschehnisse aus der subjektiven Sicht des Künstlers dar, beginnend mit seiner Kindheit und den ersten Erfahrungen mit der Malerei bis hin zum vorläufigen Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens, dem 6-Tages-Spiel des Orgien-Mysterien-Theaters in Schloss Prinzendorf im August 1998.


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Helmut Pflügl (Hg.): Mein 20. Jahrhundert: Der Traum vom Glück. Ungarische Geschichte im Spiegel der nationalen Spielfilmproduktion.

Wien: Filmarchiv Austria 1999. ISBN 3-901932-05-4. Preis: ATS 198,-

Rezensiert von Christian Rapp

Die Ungarn - dein unbekannter Nachbar? Meinen wir nicht jede Menge prominenter ungarischer Regisseure, Produzenten und Kameraleute nennen zu können, wenn auch über den Umweg Hollywood und mit amerikanisierten Namen? Vilmos Fried alias William Fox, Mihály Kertész alias Michael Curtiz, Sándor Korda alias Alexander Korda usw. Auch István Szabó ist uns doch geläufig, spätestens seit der legendären Umarmung durch Klaus Maria Brandauer anläßlich der Oscar-Verleihung für Mephisto. Dann beginnt es aber auch schon zu stocken. Zoltán Fábri, András Kovács, Miklós Jancsó als wichtige Regisseure der 50er Jahre sind uns ebensowenig geläufig, wie die Namen István Gaál, Pál Gábor oder Zoltán Huszárik als Vertreter einer ungarischen Spielart der Nouvelle Vague. Darauf, daß die Unkenntnis Ungarns und seines Kinos keine einseitige ist, weist Regisseur Zsolt Kézdi-Kovács hin. Bei der Suche nach österreichbezogenem Archivmaterial in ungarischen Wochenschauen fand er - nichts. "Kein einziges Ereignis, kein einziges Bild wurde über dieses Nachbarland je gezeigt." (S. 18) Dabei gab es noch bis in die 30er Jahre einen höchst regen Austausch zwischen ungarischem und deutschsprachigem Film. Das belegen nicht zuletzt die zahlreichen deutschen Fremdworte, die in Ungarn bis heute gebraucht werden wie fárt, svenk, snitt, muszter oder dréfertig.


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Helmut Schmiedt (Hg.): Bühnenschwänke: Der Raub der Sabinerinnen, Pension Schöller, Die spanische Fliege.

Mit einem Essay von Volker Klotz. Würzburg: Königshausen & Neumann 2000. ISBN 3-8260-1833-8. Preis: ATS 496,--/DM 68,--/sfr 61,80.

Rezensiert von Brigitte Dalinger

Die literarische Gattung des Bühnenschwankes war in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts eine der populärsten Bühnenformen überhaupt, in Deutschland wurden "während der Spielzeiten 1879/80 bis 1930/31 mindestens 1250 abendfüllende Schwänke" ur- und erstaufgeführt, wie Herausgeber Helmut Schmiedt in der Einleitung darlegt. Populär blieb der Schwank bis zur Weltwirtschaftskrise 1930 - erst mit dem Niedergang der ökonomischen Basis der mittelständisch-bürgerlichen Familie, der bevorzugten Spielgrundlage dieser Bühnenstücke, verloren sie an Popularität, ohne sie jedoch vollständig einzubüßen.


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Armin Loacker: Anschluß im ¾-Takt. Filmproduktion und Filmpolitik in Österreich 1930-1938.

Trier: WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier, 1999 (= Filmgeschichte International, Bd. 5), 321 Seiten, ISBN 3-88476-312-1. DM 48,-

Rezensiert von Guntram Geser

Zu den stark unterbelichteten Bereichen der filmhistorischen Forschung gehören die ökonomischen Bedingungen der Produktion und Verwertung von Filmen. Gründe dafür gibt es viele: So gehören diese Bedingungen nicht zur dominanten Hierarchie der Forschungsgegenstände und -stile, mit denen unter FilmhistorikerInnen gepunktet werden kann, das Know-how dafür fehlt vielfach und die erforderliche Archivarbeit ist keine geringe. Daher werden am laufenden Band Filmwerke behandelt, ohne daß eine Berücksichtigung - geschweige denn Analyse - der ökonomischen Rahmenbedingungen ihrer Entstehung und Vermarktung erfolgt.


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Enno Patalas: Metropolis in/aus Trümmern. Eine Filmgeschichte.

Berlin: Bertz 2001. 174 S. m. 200 Fotos. ISBN 3-929470-19-5. Preis: ATS 218,--/DM 29,80/sfr 27,80.

Rezensiert von Guntram Geser

Metropolis hat in der Filmgeschichte den Stellenwert einer Ikone bzw. gehört zum Kanon jener Filme, die als Meisterwerke gelten.


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Peter-André Alt: Schiller. Leben-Werk-Zeit. Eine Biographie.

2 Bde. München: Beck 2000. Bd. 1: 737 S. m. 28 Abb. ISBN 3-406-45905-6. Preis: ATS 642,-/DM 88,-/sFr 80,-. Bd. 2: 686 S. m. 22 Abb. ISBN 3-406-46225-1. Preis: ATS 642,-/DM 88,-/sFr 80,-.

Rezensiert von Monika Meister

Es bedarf schon einigen Mutes und großer Belesenheit, Leben und Werk Schillers in ca.1.400 Buchseiten abhandeln zu wollen und dies auf der Grundlage unübersehbarer Sekundärliteratur und unzähliger Versuche, sich den Texten Schillers und dem Zusammenhang von Zeit, Biographie und Werk wissenschaftlich anzunähern. Daß Schiller bis heute der wohl die größten Widersprüche auslösende deutsche Klassiker ist, steht außer Frage. Die Gründe dafür sind vielfältig und deren Erforschung läßt den Dichter des deutschen Idealismus par excellence nicht über einen Leisten scheren, geschweige denn ideologisch festlegen. Das macht die Lektüre der Texte Friedrich Schillers übrigens auch an der Wende zum 21. Jahrhundert zum Abenteuer.


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Monika Fick; Lessing-Handbuch. Leben-Werk-Wirkung.

Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler 2000. 517 S. ISBN 3-476-01685-4. Preis: ATS 569,-/DM 78,-/sFr 71,-.

Rezensiert von Monika Meister

Gotthold Ephraim Lessing ist einer der faszinierendsten Intellektuellen deutscher Sprache, ein unbeugsamer kritischer Geist, der, so könnte man sagen, die von euphorischem Optimismus beflügelte Zeit der Aufklärung durch den Ton einer von Skepsis getragenen pessimistischen Grundhaltung seltsam gebrochen erscheinen läßt. Für jeden und jede an dem großen Denker, Dramatiker, Literaten, Kritiker und Theoretiker Lessing (und der deutschen Aufklärung) Interessierte(n), aber auch für den fachlich gebildeten Leser/die Leserin, stellt diese Publikation ein grundlegendes, vielfach verwendbares Nachschlagewerk dar, das trotz seines wissenschaftlichen Anspruchs und einer im besten Sinn gelehrten Verfasserin allgemein verständlich bleibt und ohne jede populärwissenschaftliche Verkürzung auch ein breiteres Publikum anzusprechen vermag. Hilfreich dabei ist ein ausgezeichneter Anhang mit Zeittafel, ausführlicher und übersichtlicher Bibliographie, wo unter anderem Forschungsstellen, Dokumentationen zu Leben und Werk, Bildbände, Sammlungen und Reihen sowie Quellen und Sekundärliteratur versammelt sind. Ein Namen- und Sachregister schließt das dennoch nicht überdimensionierte Handbuch ab.


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Rolf Lindner: Die Stunde der Cultural Studies.

Wien: WUV 2000 (Edition Parabasen). 126 S. m. Abb. ISBN 3-85114-509-7. Preis: ATS 168,-/DM 23,-/sFr 22,- .

Rezensiert von Beate Hochholdinger-Reiterer

Rolf Lindners Studie Die Stunde der Cultural Studies führt auf 126 kurzweiligen Seiten überzeugend vor, mit welcher Leichtigkeit fundierte Kulturanalysen vermittelt werden können. Wesentlich dafür ist - wie im vorliegenden Fall - verständlicherweise die geschickte Auswahl exemplarischer Schwerpunkte.


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Paddy Calistro und Fred E. Basten (Hg.): Das Hollywood Archiv. Glamour & Geheimnis. Hollywoods Goldene Jahre.

Wien: Brandstätter 2000. (Ein Angel City Press Buch). 350 S. m. 500 Farb- u. Duotone-Abb. Gebunden. ISBN 3-85498-079-5. Preis: ATS 694,-/DM 95,-/sFr 87,-.

Rezensiert von Matthias Wittmann

Mit Das Hollywood Archiv haben die Autoren Paddy Calistro, Journalistin und Verlegerin bei Angel City Press, und Fred E. Basten, Verfasser zahlreicher Bücher über Hollywood, einen kulinarischen Bildband mit begleitendem Textkommentar aufgetischt, "der die Geschichte(n) Hollywoods von seiner Frühzeit bis zur Goldenen Ära, von 1896 bis in die sechziger Jahre erzählt".


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Robert Zion: Die Kontinuität des Bösen - Vincent Price in seinen Filmen.

München: belleville 2000. ISBN 3-933510-21-X. 320 S., broschiert, ca. 100 Abb. (davon 30 in Farbe). Preis: ATS 423,-/DM 58,-.

Rezensiert von Martin Schwehla

Die Horrorfilme von den 50er bis in die frühen 70er Jahre waren, obwohl sie sich weitgehend darauf beriefen, anders als die klassischen Horror-Originale des Vorkriegskinos. Sie begnügten sich nicht mit Andeutungen, die die Phantasie auf abschüssige Bahnen setzten, sondern liebten das schreckliche, genau buchstabierte Detail. Sie zeigten in historisierenden, manchmal auch in zeitgenössischen Kulissen eine dubiose und heruntergekommene Welt, in der sich das Böse und der Tod wohlfühlen. Die menschlichen Hauptfiguren waren Getriebene, Beschädigte und Heimatlose wie in der goldenen Ära des Horrorfilms, aber viel deutlicher war das Motiv der gefallenen Engel, die, in zynischer Perversion (oder perverser Erfüllung) ihrer gesellschaftlichen Rollen, ihrem abartigen Tun entschieden hedonistische Züge verliehen. Dafür wurden sie auch besonders grausam bestraft. Außerdem wurden sich diese Filme ihres Publikums bewusst und spielten an der "frontalen" Illusion vorbei mit dem Vorwissen und den Erwartungen der Zuschauer. Diese kannten nun bereits Ikonographie und Sprache des Genres und hofften jeweils zu wissen, wo der nächste Schrecken lauerte, während es Aufgabe der Filme war, dieses Wissen zu düpieren und die Horrorfilm-Dramaturgie immer wieder zu verändern und zu erweitern. Bis 1973, als Friedkins Exorcist zum Welterfolg wurde und sich auch die großen Studios wieder in das Horrorgenre stürzten, wurde dieses von einigen kleineren Produktionsfirmen kultiviert, die sich größtenteils den angloamerikanisch dominierten Markt teilten: Hammer und Amicus in Großbritannien, American International, New World und Admiral in den USA. Neben dem PR-Aktionisten William Castle und dem ästhetischen Experimentator Roger Corman, neben Peter Cushing und Christopher Lee wurde ein amerikanischer Schauspieler zur Symbolfigur dieser Ära: Vincent Price.


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Rupert Weinzierl: Fight the Power! Eine Geheimgeschichte der Popkultur und die Formierung neuer Substreams.

Wien: Passagen Verlag 2000. (Passagen Gesellschaft). 286 S. ISBN 3-85165-446-3. Preis: ATS 448,-/DM 64,-/sFr 64,-.

Rezensiert von Helmut Neundlinger

Poptheorie ist der Zweig der Cultural Studies, auf dem ihr Herzblatt wächst. Das hat zwei einleuchtende Gründe: Erstens kann sich der/die Pop-Theoretiker/in wissenschaftlich mit Dingen auseinander setzen, denen sie sich unter nicht-wissenschaftlichen Voraussetzungen affektiv hingibt (Stichwort: Lieblingsmusik!), und zweitens bemüht er/sie sich um Phänomene, die für andere Wissenschaften aufgrund ihrer Neigung zur Kurzfristig- und Einmaligkeit kaum zu fassen sind. Ergo: Hier kann er/sie beinahe konkurrenzlos zeigen, was er/sie drauf hat!


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Peter Bogdanovich: Wer hat denn den gedreht? Gespräche mit Robert Aldrich, George Cukor, Allan Dwan, Howard Hawks, Alfred Hitchcock u.a.

Vorw. v. Hellmuth Karasek. Zürich: Haffmans 2000 (arte Edition). 1023 S., Buchleinen (Gewebe). ISBN 3-251-00463-8. Preis: ATS 569,-/DM 78,-/sFr 78.- .

Rezensiert von Matthias Wittmann

 

Ein Buch darüber "Wieviel wir alle gewonnen und was wir verloren haben". Peter Bogdanovich gehört zu jener Generation von Hollywood-Regisseuren, die zum Film kamen, als das alte Studiosystem gerade zerfiel. Wie etwa Martin Scorsese war auch Bogdanovich ein Zu spät-Geborener des Films, der nostalgisch auf das goldene Zeitalter Hollywoods zurück- und zu den Regiehelden jener Zeit aufblickte. Was zunächst als Pech erscheinen mag, war jedoch gerade seine Chance; und nicht nur seine, sondern die einer ganzen Generation von amerikanischen Filmstudenten, nämlich Bilderbewahrer und Bilderstürmer gleichzeitig zu sein, den Einfluss der Vergangenheit mit dem Einfluss der Gegenwart wie der Nouvelle Vague zu verbinden, Klassisch-Mythisches an Persönliches zu koppeln. Diese Mischung aus Nostalgie und Avantgarde - wobei Bogdanovich sicherlich eher Traditionalist denn Bilderstürmer war -, kann als wesentliches Charakteristikum des New Hollywood betrachtet werden. Eine weitere Gemeinsamkeit der Filmemacher dieser Generation war das Beharren auf einer an die Nouvelle Vague angelehnten Politique des Auteurs, bei der es um die Verteidigung des persönlichen Ausdrucks eines Regisseurs (= auteurs) gegenüber den Disziplinierungsversuchen durch Publikumsgeschmack und Produktionsauflagen ging.


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Peter Utz: Tanz auf den Rändern. Robert Walsers "Jetztzeitstil".

Frankfurt am Main: Suhrkamp 1998. 527 S. m. Abb. Gebunden. ISBN 3-518-40965-4. Preis: ATS 291,-/DM 39,80/sFr 37,-

Rezensiert von Martin Prinz

"Walser geht am Ende vielleicht nur mehr", schreibt Elfriede Jelinek im Programmheft der Inszenierung ihres Stücks er nicht als er, "um nicht schreiben zu müssen." Die Buchstaben seines Bleistiftgebiets kamen zu dem Zeitpunkt, da Robert Walser 1933 aufhörte, sich in Textgegenden zu bewegen, kaum mehr über die Grösse von einem Millimeter hinaus: "O, wie schön", schrieb er als letzten Satz so hin, "ist einerseits das Vergessen und andererseits das Vergessenwordensein. Man denkt sicher zu oft an das und das und den und den. Nun ists mir sehr wohl." Robert Walser entschlüpfte dem Gehäuse seiner Sprache, indem er im Bleistiftgebiet buchstäblich klein genug dafür geworden war.


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Peter Sprengel und Gregor Streim: Berliner und Wiener Moderne. Vermittlungen und Abgrenzungen in Literatur, Theater, Publizistik.

Mit einem Beitrag von Barbara Noth. Wien u.a.: Böhlau 1998 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur. 45). 718 S. m. 22 Abb. Kartoniert. ISBN 3-205-98766-7. Preis: ATS 1022,-/DM 140,-/sFr 124,-.

Rezensiert von Katharina Wessely

Seit Carl E. Schorskes Fin-de-siècle Vienna 1980 erschienen ist, boomt die Forschung zur Wiener Jahrhundertwende - vorzugsweise zu Kunst und Kultur dieser Epoche. Dabei wird nicht selten von einer ganz besonderen Stimmungslage, einer außergewöhnlichen Situation in der Hauptstadt der Österreichisch-Ungarischen Monarchie ausgegangen. Seit kürzerem existieren auch Forschungen zur Berliner Jahrhundertwende, die allerdings von gänzlich anderen Bedingungen auszugehen scheinen, als es für Wien der Fall ist. Die beiden Städte geraten in diesen Publikationen in einen Gegensatz, der sich vor allem in der vermeintlichen Unterschiedlichkeit der Modernität der beiden darstellt: Berlin als Moloch der Arbeit und Geschwindigkeit, Wien als Zentrum einer neuen "Seelenkunst". Hier die Entwicklung der Psychoanalyse, der Jugendstil, die jungen Schriftsteller wie Schnitzler und Hofmannsthal; dort Naturalismus, Expressionismus, rasendes Tempo. Diese Zuschreibungen sind keineswegs neu, sie stammen samt und sonders aus der Zeit selbst. Den damals konstruierten Gegensatz verfolgen Peter Sprengel und Gregor Streim in ihrem Buch zurück, zeigen die eingenommenen Positionen als vielseitig einsetzbare, die von verschiedenen Personen zu den verschiedensten Zwecken verwendet werden.


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Antonin Artaud: Das Alfred Jarry-Theater. Manifeste, Bühnenstücke, Inszenierungspläne, Briefe.

Hrsg. u. übers. v. Bernd Mattheus. München: Matthes & Seitz 2000 (Batterien. 67). 243 S. Gebunden. ISBN 3-88221-285-3. Preis: ATS 364,-/DM 49,80/sfr 47,80.

Rezensiert von Helmut Neundlinger

1927 gründet Antonin Artaud gemeinsam mit Roger Vitrac und Robert Aron eine Experimentalbühne mit dem Namen "Alfred-Jarry-Theater", benannt nach dem Schriftsteller, dessen Stück Ubu Roi (1896) gleichsam die Initialzündung des experimentellen Theaters gewesen ist. In den folgenden drei Jahren bringt die Truppe unter widrigsten Bedingungen, von chronischem Geldmangel bis zur ständigen Skandalisierung durch die Öffentlichkeit, vier Abende zur Aufführung.


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László F. Földényi: Heinrich von Kleist. Im Netz der Wörter.

Aus dem Ungarischen übersetzt von Akos Doma. München: Matthes & Seitz 1999 (Batterien 66). 552 S. Gebunden. ISBN 3-88221-284-5. Preis: ATS 496,-/DM 68,-/sfr 64,-

Rezensiert von Monika Meister

Die Erfindung der Moderne: Kleists Auslegung einer gebrechlichen Welt Eine brillante Lektüre des Klassikers in Form eines Wörterbuches. Ein ungewöhnliches, glänzendes, exquisit gestaltetes Buch ist anzuzeigen. Es liegt fremd und verführerisch inmitten einer Fülle von Literatur zu Leben und Werk des großen deutschen, oft mißgedeuteten und ideologisch mißbrauchten Dichters Heinrich von Kleist. László F. Földényis Essaysammlung Heinrich von Kleist. Im Netz der Wörter ist als rundum hervorragende, bestechend eigenständige Lektüre zu kennzeichnen. Diese überzeugt nicht nur auf den ersten Blick, sondern der Autor eröffnet uns durch vielfach verzweigte Wege ins schwierige Labyrinth der Poesie Kleists zugleich eigene Räume für ein Spiel von Assoziationen, ohne dabei auch nur im Ansatz einer Beliebigkeit das Wort zu reden.


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Heinrich von Kleist. Brandenburger Ausgabe. I/2 Robert Guiskard.

Hrsg. v. Roland Reuß in Zusammenarbeit mit Peter Staengle. Frankfurt am Main, Basel: Stroemfeld 2000. 112 S. Brandenburger Kleist-Blätter 13. 475 S. ISBN 3-87877-332-3. Preis: ATS 1.299-

Rezensiert von Monika Meister

Ein soeben erschienener, neuer Band der von Roland Reuß und Peter Staengle bei Stroemfeld herausgegebenen, an Eleganz nicht zu übertreffenden Brandenburger Ausgabe sämtlicher Werke Kleists überzeugt abermals durch methodischen Zugriff auf das Quellenmaterial und Präzision der Wiedergabe.


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Paolo Caneppele, Günter Krenn: Film ist Comics - Wahlverwandtschaften zweier Medien. Die Projektionen des Filmstars Louise Brooks in den Comics von John Striebel bis Guido Crepax.

250 S., 200 Abb. Wien: Filmarchiv Austria 1999. ISBN 3-901932-03-8. Preis: ATS 298,-

Rezensiert von Nina Dallos

Einen scharfsinnigen Blick beweisen Paolo Caneppele und Günter Krenn in einem faszinierenden Buch, das den ebenso schönen wie wahren Titel Film ist Comics - Wahlverwandtschaften zweier Medien trägt. Es handelt von der wechselseitigen Beziehung zwischen den beiden Medien, von der Rezeption kinematographischer Techniken in der Bilderwelt der Comics. Im Fokus der Untersuchung stehen zwei außergewöhnliche Zeichner, die das Genre Comics revolutioniert haben: John Striebel und Guido Crepax.


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Kurt Fricke: Spiel am Abgrund. Eine politische Biographie.

Halle (Saale): mdv Mitteldeutscher Verlag 2000. ISBN 3-89812-031-X. Preis: ATS 291,-/DM 39,80/sfr 37,-

Rezensiert von Beate Hochholdinger-Reiterer

Was ist von einer Künstlerbiografie über Heinrich George zu erwarten, deren letzte Umschlagseite die lobende Stellungnahme des jüngeren Sohnes Götz ziert? Was ist weiters davon zu halten, wenn der Autor der vorliegenden Biografie dem älteren Sohn ein "besonderes Dankeschön" für die Kooperationsbereitschaft schuldet? Man erwartet nichts weniger als eine unkritische, lobhudelnde Studie.


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Jörg Helbig: Geschichte des britischen Films.

334 Seiten, 34 Abb. Gebunden. Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler 1999. ISBN 3-476-01510-6. Preis: DM 58,-/ATS 424,-/SFr 52.50.

Rezensiert von Matthias Wittmann

Filmgeschichtsschreibung als Archäologie des Commonsense - Jörg Helbigs Geschichte des britischen Films

 

"Ich habe so eine Vorstellung, ich weiß nicht, ob sie richtig ist, daß England auf eine undefinierbare Weise ausgesprochen filmfeindlich ist. [...] Man könnte sich fragen, ob nicht die Begriffe Kino und England eigentlich unvereinbar sind." lautet François Truffauts berühmt gewordene Einschätzung des britischen Films, die zwar übertrieben erscheint, aber dennoch zutrifft, wenn man den britischen Film aus internationaler Perspektive betrachtet. Im Ausland wird das britische Kino weitestgehend nur mit James Bond-Filmen und Pink Panther assoziiert. Insbesondere von Seiten der deutschsprachigen Filmliteratur wurde die britische Filmgeschichte bislang noch nicht erschlossen, ja fand kaum Beachtung.


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Alfonso de Toro: De las similitudes y diferencias. Honor y drama de los siglos XVI y XVII en Italia y España.

Übers. v. Angel Repáraz, Andrés. 708 S. Frankfurt am Main: Vervuert 1998. ISBN 3-89354-875-0. Preis: DM 88, /SFr 88, /ATS 642,-

Rezensiert von Kathrin Müller

Fünf Jahre nach der deutschen Ausgabe (Von den Ähnlichkeiten und Differenzen. Ehre und Drama des 16. und 17. Jahrhunderts in Italien und Spanien) ist nun auch die spanische Übersetzung dieses Buches herausgekommen. Alfonso de Toro, der diese Arbeit 1993 als Habilitationsschrift an der Universität Hamburg herausgebracht und dann publiziert hat, merkt in seinem Vorwort zur spanischen Ausgabe an, daß er die Thematik einem breiteren Publikum zugänglich machen wollte. Tatsächlich liegt hier eine Eins-zu-eins-Übersetzung vor, die nur durch einige Illustrationen aufgeputzt ist.


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Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen, Gabriele Jatho (Hg.): Künstliche Menschen. Manische Maschinen. Kontrollierte Körper.

Berlin: Jovis 2000. 224 S., ca. 200 z. T. farbige Abb. Hardcover. ISBN 3-931321-71-1. Preis: DM 78,-/ATS504,- /SFr 73,-

Rezensiert von Matthias Wittmann

Um die Welt als Wille und Vorstellung, als Laboratorium und Marionettentheater und innerhalb dieser im Speziellen um die Film-Welt als Versuchsstätte und Maschinentheater geht es in dem kürzlich erschienenen Buch Künstliche Menschen, das von Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen und Gabriele Jatho (alle drei Mitarbeiter des Filmmuseums Berlin) in Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria als Filmkatalog zur groß angelegten, gleichnamigen Filmretrospektive im Rahmen der Berlinale herausgegeben wurde.


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Stefan Koslowski: Stadttheater contra Schaubuden. Zur Basler Theatergeschichte des 19. Jahrhunderts.

272 S., 62 Abb., Zürich: Chronos 1998 (= Theatrum Helveticum. Bd. 3). ISBN 3-905312-54-9. Preis: SFr 48,- /DEM 56,-/ ATS 380,-

Rezensiert von Mathias Spohr

Basel ist eine der vielen mittleren Städte im deutschen Sprachgebiet, die sich seit dem 19. Jahrhundert den Luxus eines kommunal finanzierten Stadttheaters leisteten, das im Konkurrenzverhältnis zu den übrigen Schaustellungen stand. Die protestantischen Vorbehalte gegen Theater und Theatralität werden von Koslowski mit einem Seitenblick auf Max Weber ebenso analysiert wie die widersprüchliche Koexistenz von "Hochkultur" und "Populärkultur" sowie der wohl eher konstruierte als reale Gegensatz von Bildung und Unterhaltung, in dem sich im Grunde eine ältere Dichotomie von Hof- und Volkskultur erhalten hat.


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Simone Gojan: Spielstätten der Schweiz. Historisches Handbuch.

656 S., 100 Abb. Zürich: Chronos-Verlag 1998 (= Theatrum Helveticum. Bd. 4). ISBN 3-905312-88-3. Preis: SFr 88,-/DEM 99,-/ATS 700,-

Rezensiert von Mathias Spohr

Die vorliegende Publikation bemüht sich, die historischen Theaterspielstätten der Schweiz mit Schwerpunkt auf dem 18. und 19. Jahrhundert möglichst vollständig aufzulisten. Die Schweiz ist als Untersuchungsgegenstand einer solchen Sammelaktion besonders reizvoll, weil hier die deutschen, italienischen und französischen Sprachgebiete mit ihren unterschiedlichen Theatertraditionen auf engem Raum zusammentrafen, ohne sich allerdings erheblich vermischt zu haben. Dieser Besonderheit entsprechend, ist das Buch dreisprachig gehalten. Da die meisten der behandelten Städte klein bis sehr klein sind, gibt das Buch einen guten Einblick in das mitteleuropäische Gefüge von Auftrittsmöglichkeiten, die sich einst den Wandertruppen angeboten haben.


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Gabriele C. Pfeiffer: Der Mohr im Mor. Interkulturelles Theater in Theorie und Praxis.

Mit einem Vorwort von Ulf Birbaumer. 115 S. Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang 1999 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 30, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. Bd. 76) ISBN 3-631-34368-X.

Rezensiert von Michael Hüttler

In ihrem erstem Buch Der Mohr im Mor untersucht die in Wien lebende Theaterwissenschafterin Gabriele Pfeiffer die zeitgenössische Praxis des interkulturellen Theaters. Nach einem einführenden theoretischen Teil, in dem sie acht Modelle interkulturellen Theaters entwickelt, wendet sie ihr Augenmerk einem exemplarischen Fall zu, anhand dessen sie ihre Theorien einem "Praxistest" unterzieht.


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Al Bundy. "Eine schrecklich nette Familie." Das große Buch für Fans.

(Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf, o. J.). 200 Seiten, Großformat, gebunden. Mit 250 Abbildungen. ISBN 3-89602-118-4. Preis: DM 38,-

Rezensiert von Wolf Huber

Der größte Verlierer aller Zeiten

 

Er arbeitet in einem Schuhladen und ist trotzdem nicht froh, nach Hause zu kommen: Al Bundy ist das personifizierte Elend. Sein Leben als Damenschuhverkäufer betrachtet er "als langsames Sterben zum Mindestlohn".


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Andreas Kilb, Rainer Rother u. a.: Stanley Kubrick.

Film: 8. (Berlin: Bertz, 1999). 320 Seiten, 806 Fotos / Bildsequenzen, 17 x 22 cm. ISBN 3-929470-78-0. Preis: DM 29,80 / ATS 218,- / SFr 29,-

Rezensiert von Wolf Huber

Stanley Kubrick: Eine literarische Retrospektiv

 

Am Sonntag, den 7. März 1999 stirbt Stanley Kubrick im Alter von 70 Jahren auf seinem Landgut in der Grafschaft Hertfordshire, England. Die Filmwelt hat einen ihrer progressivsten Regisseure verloren, die Welt trauert um einen großen Künstler.


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Adolf Scherl: Berufstheater in Prag, 1680-1739.

Österreichische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Theatergeschichte. Theatergeschichte Österreichs, Bd. X: Donaumonarchie, H. 5 (Wien: Verl. der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1999). 245 S., 21. Taf. ISBN 3-7001-2799-5. Preis: ATS 358,--

Rezensiert von Otto G. Schindler

Nach vier gewichtigen Arbeiten zur ungarischen und polnischen Theatergeschichte hat die Kommission für Theatergeschichte an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften nunmehr einen weiteren Band zu ihrer Abteilung "Donaumonarchie" vorgelegt, der diesmal einem herausragenden Kapitel der böhmischen Theatergeschichte, dem Prager Berufstheater der Jahre 1680 bis 1739, gewidmet ist.


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Anton Mayer: Johann Strauß. Ein Pop-Idol des 19. Jahrhunderts.

(Wien [u. a.]: Böhlau, 1998). 250 Seiten. ISBN 3-205-98911-2. Preis: ATS 298,- / DM 39,80 / sfr 37,-

Rezensiert von Mathias Spohr

Anton Mayer stellt sich mit der vorliegenden Biographie die anspruchsvolle Aufgabe, das Leben der Musikerpersönlichkeit Johann Strauß Sohn vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen und geschichtlichen Umfelds zu beleuchten. Die gescheiterte Revolution von 1848, so wird durchaus mit Recht betont, überlagert den Generationswechsel zwischen Strauß Vater und Sohn und ist als Erklärungsmuster für das kulturelle Leben in der zweiten Jahrhunderthälfte äußerst aufschlußreich.


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Franz Endler: Johann Strauß. Um die Welt im Dreivierteltakt.

(Wien: Amalthea, 1998). 398 Seiten. ISBN 3-85002-418-0. Preis: ATS 350,-

Rezensiert von Mathias Spohr

Die vorliegende Biographie bemüht sich, Legenden zu hinterfragen, die – von dessen Witwe überaus befördert – den Werdegang des Komponisten Johann Strauß Sohn beschönigend umranken. Gewiß ist Geschichte immer etwas Konstruiertes, und Legenden haben neben Fakten, die sich ebenfalls selten ohne Interpretation darstellen lassen, auch ihre Berechtigung.


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Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933-1945.

Hg. v. Frithjof Trapp, Werner Mittenzwei, Henning Rischbieter, Hansjörg Schneider. Band 1: Verfolgung und Exil deutschsprachiger Theaterkünstler; Band 2: Biographisches Lexikon der Theaterkünstler (2 Teilbände). (München: K.G. Saur, 1999). ISBN 3-598-11373-0. Preis: ATS 5431,-/DM 744,- /SFR 662,-

Rezensiert von Brigitte Dalinger

Ergebnisse einer "Suche in einem Scherbenhaufen". - Zum "Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933–1945"

 

Im Frühjahr dieses Jahres erschien im Münchner K.G. Saur Verlag das umfangreiche Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933-1945, herausgegeben von Frithjof Trapp, Werner Mittenzwei, Henning Rischbieter und Hansjörg Schneider. Das Handbuch besteht aus zwei Teilen, die in drei Bänden vorliegen. Der erste Teil (und 1. Band) trägt den Titel Verfolgung und Exil deutschsprachiger Theaterkünstler, der zweite Teil ist ein Biographisches Lexikon der Theaterkünstler, das zwei Teilbände umfaßt und rund 4000 Biographien enthält


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Der gebrauchte Autor - Zur Situation der Drehbuchautoren in der neuen Fernsehlandschaft.

Hg. v. Sabine Perthold, Drehbuchforum Wien. (Wien, 1998). 116 Seiten.

Rezensiert von Alexander Mahler

Im Herbst 1995 fand in Wien ein mehrtägiges Symposium des Drehbuchforums mit dem Titel Der gebrauchte Autor statt. Dabei referierten Redakteure, Produzenten und Autoren zur Arbeit des Drehbuchautors im fiktionalen Bereich des Fernsehens.


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Armin Block und Stefan Fuchs: Columbo. Das Große Buch für Fans.

(Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf, 1998). ISBN 3-89602-167-2.

Rezensiert von Wolf Huber

Moment, da wäre noch eine Kleinigkeit: COLUMBO. Das Große Buch für Fans

 

Der abgewetzte Regenmantel (im sonnigen Kalifornien), die billige Zigarre, das zerbeulte Auto, die unsichtbare Ehefrau, der träge Hund (namens "Hund") und stets noch eine letzte Frage: Seit 1968 ermittelt Peter Falk als vermeintlich schusseliger Inspektor Columbo, dem erfolgreichsten Kriminalisten der Fernsehgeschichte.


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Rudolf Münz: Theatralität und Theater. Zur Historiografie von Theatralitätsgefügen.

Mit einem einführenden Beitrag von Gerda Baumbach. Herausgegeben von Gisbert Amm. (Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf, 1998). ISBN 3-89602-199-0. Preis: ATS 218,--

Rezensiert von Ulf Birbaumer

Leider sind sie immer noch vergriffen: die Studien über ein deutschsprachiges teatro dell'arte der Lessingzeit, die Rudolf Münz unter dem Titel Das "andere" Theater 1979 im Berliner Henschelverlag herausgebracht hat. Umso erfreulicher, daß wir jüngst von einem der profundesten Kenner nicht nur der deutschsprachigen Commedia (er lehrt derzeit in Mainz) wieder einmal ein Lebenszeichen in Buchform erhalten, und ein sehr grundsätzliches noch dazu, das wiederum sehr umfassend in der Entstehungsgeschichte des "anderen Theaters" blättert, worin Gerda Baumbach (Leipzig) in einem einführenden Geburtstagsgeschenk an ihren Lehrer zum Thema Immer noch Theatralität eine Affinität zu den Ansätzen des russischen Theatertheoretikers und -historikers Vsevolodskij (recte Gerngross) ortet: bekunden doch beide ein besonderes Interesse für (Baumbach Gerngross zitierend) "das rituelle, das spielerische Theater" (S. 21).


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Klaus Eidam und Rudolf Schröder: 100 Jahre Will Meisel. Eine Berliner Geschichte mit Musik.

Mit 2 CDs: Historische Aufnahmen 1926-1940 und 18 Reminiszenzen von 1950 bis heute. (Berlin: Edition Meisel G.m.b.H., 1997). ISBN 3-00-001431-4.

Rezensiert von Birgit Peter

Der 100. Geburtstag des Schlager- und Operettenkomponisten, des Musik- und Bühnenverlagsinhabers Wilhelm Meisel, wird mit einem aufwendig gestalteten Buch im Prachtbandformat gefeiert. Die Autoren - Rudolf Schröder, seit 1950 Mitarbeiter Meisels, und Klaus Eidam, Textdichter und Librettist für populäres Musiktheater - versprechen den Lesenden, neben der Biographie, der Geschichte des Musik- und Bühnenverlags auch 100 Jahre Berliner Unterhaltungskultur nahezubringen.


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Felix Hofmann und Stephen D. Youngkin: Peter Lorre – Portrait des Schauspielers auf der Flucht.

(München: belleville, 1998). ISBN 3-923646-41-0.

Rezensiert von Elisabeth Streit

Das elegant aufgemachte Buch macht neugierig auf die in zwei wissenschaftlichen Essays dargebotenen Ergebnisse der beiden Lorre-Forscher Felix Hofmann und Stephen Youngkin. Die Untersuchung, eine "deutsch-amerikanische Co-Produktion", versteht sich als Würdigung des Schauspielers Peter Lorre.


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Günther Elbin: Am Sonntag in die Matinee. Moriz Seeler und die Junge Bühne. Eine Spurensuche.

(Mannheim: persona, 1998). ISBN 3-924652-27-9.

Rezensiert von Beate Hochholdinger-Reiterer

Wer kennt schon Moriz Seeler? Wohl nur Insider/innen ist dieser Lyriker, Journalist, Theater- und Filmmann ein Begriff. Nach ersten Annäherungen, veröffentlicht in der Neuen Zürcher Zeitung und in der Zeitschrift Mit der Ziehharmonika, hat Günther Elbin nun im persona Verlag unter dem Titel Am Sonntag in die Matinee. Moriz Seeler und die Junge Bühne. Eine Spurensuche ein schmales Bändchen vorgelegt, dessen Umfang bereits auf die Schwierigkeiten einer derartigen Spurensuche verweist.


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