Wolfgang F. Bender/Siegfried Bushuven/Michael Huesmann (Hg.), Theaterperiodika des 18. Jahrhunderts. Bibliographie und inhaltliche Erschließung deutschsprachiger Theaterzeitschriften, Theaterkalender und Theatertaschenbücher.

München/New Providence/London/Paris: K. G. Saur 1994–2005. 3 Teile in 8 Bänden. ISBN 3-598-23181-4 (Gesamtwerk). Preis: € 998,- (Gesamtwerk).

Rezensiert von Julia Danielczyk

Die diversen Gesellschaften zur Erforschung des 18. Jahrhunderts und die Arbeitsgemeinschaft Theaterhistoriographie der Gesellschaft für Theaterwissenschaft können sich glücklich schätzen: Nach vierzehnjähriger Arbeit ist das Großunternehmen zur Auswertung deutschsprachiger Theaterperiodika des 18. Jahrhunderts erfolgreich beendet worden.


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Michael Gissenwehrer/Gerd Kaminski (Hg.), In der Hand des Höllenfürsten sind wir alle Puppen. Grenzen und Möglichkeiten des chinesischen Figurentheaters der Gegenwart.

München: Herbert Utz 2008. ISBN-10: 3-8316-0773-7, 200 S., broschiert. Preis: € 37,-.

Rezensiert von Daniela Pillgrab

TheatertheoretikerInnen und -praktikerInnen erachteten es immer wieder als reizvoll, SchauspielerInnen mit Puppen oder Marionetten zu vergleichen. Als die wohl bekanntesten historischen Überlegungen zum Marionettentheater in Europa gelten Heinrich von Kleists Text Über das Marionettentheater von 1810 und das knapp hundert Jahre später von Edward Gordon Craig verfasste Manifest Der Schauspieler und die Über-Marionette (1908).


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Helga W. Kraft/Dagmar C. G. Lorenz (Hg.), From Fin-de-Siècle to Theresienstadt. The Works and Life of the Writer Elsa Porges-Bernstein.

New York/Washington, D.C./Baltimore u.a.: Peter Lang 2007. (Austrian culture: vol. 38). ISBN: 978-0-8204-8180-7. 260 S. Preis: € 65,90.

Rezensiert von Brigitte Dalinger

2002 wurde im Steppenwolf Theatre in Chicago Maria Arndt: A Play in Five Acts von Elsa Porges-Bernstein in der Übersetzung von Susanne Kord inszeniert. Ein Stück, das 1908 im renommierten Fischer Verlag erschienen und im gleichen Jahr in München uraufgeführt worden war. Im deutschen Sprachraum blieb es seit den frühen 1910er Jahren still um die Bühnenstücke der heute fast vergessenen Elsa Bernstein (1866-1949), die unter dem Pseudonym Ernst Rosmer publizierte. Wie kam es zur englischsprachigen Aufführung eines ihrer Dramen in Chicago?


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Peter W. Marx, Ein theatralisches Zeitalter. Bürgerliche Selbstinszenierungen um 1900.

Tübingen: Francke 2008. ISBN 978-3-7720-82207, 420 S., Abb. Preis: € 29,90.

Rezensiert von Birgit Peter

Das 19. Jahrhundert erweist sich seit einigen Jahren als begehrtes Forschungsfeld deutschsprachiger Theaterhistoriographie. Peter Marx, seit kurzem Professor am Institut für Theaterwissenschaft in Bern, legt mit seinem über 400 Seiten starken Band eine Arbeit vor, die – wie er schreibt – das Resümee seiner langjährigen Forschungen zu eben jener Epoche ausmacht.


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Theaterstückesammlung Pfetten. Katalog zur Sammlung.

Erlangen: Harald Fischer Verlag 2004. ISBN 3-89131-412-4. 320 S. Preis: € 96,-.

Rezensiert von Matthias Johannes Pernerstorfer

Die Universitätsbibliothek München hat in Zusammenarbeit mit dem Harald Fischer Verlag im Jahre 2004 eine Mikrofiche-Edition der Theaterstückesammlung Pfetten hergestellt. Nun können die Texte dieser Sammlung, welche in 446 Oktavbänden 1.809 Stücke aus dem Zeitraum 1735 bis 1802 beinhalten, vervielfältigt und gelesen werden, ohne die Bücher dadurch in Mitleidenschaft zu ziehen.


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Tim Bergfelder/Christian Cargnelli (Hg.), Destination London. German-speaking Emigrés and British Cinema, 1925–1950. Film Europa: German Cinema in an International Context, Vol. 6.

Oxford, New York: Berghahn Books2008. ISBN 978-1-84545-532-3. 272 S. Preis: € 65,99.

Rezensiert von Marlis Schmidt

Destination London ist der sechste Band einer spannenden Publikationsreihe mit dem Titel Film Europa. German Cinema in an International Context. Konzipiert wurde das Projekt von Hans-Michael Bock (CineGraph Hamburg), Sabine Hake (University of Texas) und Tim Bergfelder von der University of Southampton, der gemeinsam mit dem in Wien tätigen Christian Cargnelli auch als Herausgeber des vorliegenden Bandes fungiert.


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Anna Powell, Deleuze, Altered States and Film.

Edinburgh: Edinburgh University Press 2007. ISBN 9780748632824. 224 S., € 59,99.

Rezensiert von Valerie Deifel

Der Bezug des Titels auf Ken Russells Film Altered States (1980) steckt ein Modell von Kino ab, das - wie Eddie Jessups Selbstversuch mit halluzinogenen Substanzen im Deprivationstank - einen veränderten Bewusstseinszustand auslösen kann, der sich als bleibender Eindruck in die Realitätswahrnehmung einschreibt. Die Filmwissenschaftlerin Anna Powell ist am English Research Institute der Manchester Metropolitan University für den Forschungsschwerpunkt zu Gilles Deleuze verantwortlich und Herausgeberin des Online-Magazins A/V.


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Monika Bernold, Das Private Sehen. Fernsehfamilie Leitner, mediale Konsumkultur und nationale Identitätskonstruktion in Österreich nach 1955.

Wien/Berlin: LIT Verlag 2007. (Österreichische Kulturforschung, Bd. 6). ISBN 987-3-7000-0592-6. 224 S. Preis € 19,90.

Rezensiert von Christine Ehardt

Mit den ersten Fernsehbildern, die 1955 über die österreichischen Bildschirme flimmerten, wurde parallel zur televisuellen Sensation auch ein neues nationales Selbstbild Österreichs heraufbeschworen. Kurz nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages und dem Abzug der Alliierten sollte das österreichische Fernsehen die Identität Österreichs als glanzvolle Kulturnation zeigen.


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Ramón Reichert, Amateure im Netz. Selbstmanagement und Wissenstechnik im Web 2.0.

Bielefeld: transcript 2008. (Reihe Kultur- und Medientheorie). ISBN 978-3-89942-861-2. 246 S. Preis: € 24,80.

Rezensiert von Jana Herwig

Selbstmanagement, Wissenstechniken und kulturelle Formationen - entlang dieser drei Linen diskutiert Ramón Reichert Phänomene und Konsequenzen der kulturellen Arbeit der Amateure im Netz. Der Begriff 'Netz' bezieht sich hier vor allem auf das sogenannte 'Web 2.0', dessen Ära spätestens 2005 begonnen haben soll und das sich u.a. auszeichnet durch die dynamische Gestaltung von Webseiten und den Einbezug der Nutzer in die Erstellung der Inhalte; die Schlagworte hierzu sind 'User-Generated Content' oder auch 'Mitmach-Web'.


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Henning Wrage, Die Zeit der Kunst. Literatur, Film und Fernsehen in der DDR der 1960 Jahre. Eine Kulturgeschichte in Beispielen.

Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2008, ISBN 978-3-8253-5502-9. 417 S. Preis: 58 €,-.

Rezensiert von Uwe Breitenborn

Im zwanzigsten Jahr des Mauerfalls werden die Sedimente der DDR-Geschichte weiter abgetragen. Manchmal handelt es sich mittlerweile auch um neue Aufschüttungen, die sich zu Schuttbergen türmen, in denen die Stücke und das Gerümpel der Geschichte poliert oder zerfetzt werden. Je nach dem. Henning Wrages sorgfältige und eloquente Studie steigt in diese Arbeit an der Geschichte ein.


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Martina Oster/Waltraud Ernst/Marion Gerards (Hg.), Performativität und Performance. Geschlecht in Musik, Theater und MedienKunst.

Hamburg: LIT Verlag 2008. (Focus Gender 8). ISBN 978-3-8258-0660-6. 324 S., mit Abb., Preis: € 29,90.

Rezensiert von Beate Hochholdinger-Reiterer

John Austins in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Sprechakttheorie bescherte uns eine Wortschöpfung, ohne die heutzutage keine sich als kulturwissenschaftlich verstehende Disziplin mehr auszukommen scheint. Das praktikable "performative", Austins Bezeichnung für sprachliche Äußerungen also, die, indem sie Handlungen benennen, diese gleichzeitig vollziehen, initiierte in den Kulturwissenschaften bekanntermaßen einen "performativen Turn".


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Veronika Zangl, Poetik nach dem Holocaust. Erinnerungen – Tatsachen – Geschichten.

München: Wilhelm Fink 2009. ISBN: 978-3-7705-4467-7. 232 Seiten. Preis: € 26,90.

Rezensiert von Georg Tscholl

In seinen Ermittlungen gegen sich selbst hat Imre Kertész immer wieder zu Protokoll gegeben, Auschwitz erfunden zu haben. Er schreibe, schließlich, Romane. Mit den peniblen Mitteln der Kunst, als Schriftsteller nur, kann er Erfahrungen zu beschreiben versuchen, die sich jeder Beschreibung entziehen müssen, jedenfalls einer, die, was sie tut, nicht unterschlägt: Schreiben, das Bescheid weiß.


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