Jörg von Brincken/Andreas Englhart, Einführung in die moderne Theaterwissenschaft.

Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2008. (Einführungen Germanistik). ISBN: 978-3-534-19099-7. 158 S. Preis: € 14,90.

Rezensiert von Klaus Illmayer

Das Angebot an Einführungen in das Fach Theaterwissenschaft ist im Vergleich zu manch anderen Geistes- und Kulturwissenschaften recht überschaubar. Der Einführung in die Theaterwissenschaft von Christopher Balme in der inzwischen 4. durchgesehenen Auflage (2008) ist in den letzten Jahren lediglich Andreas Kottes Theaterwissenschaft. Eine Einführung (2005) zur Seite gestellt worden. Insofern bemühen sich Brincken und Englhart mit ihrer Einführung in die moderne Theaterwissenschaft eine Lücke zu schließen, wenngleich sie recht beeindruckend aufzeigen, an welchen Schwierigkeiten ein solches Projekt zu scheitern vermag.


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Lothar Ehrlich und Georg Schmidt (Hg.), Ereignis Weimar-Jena. Gesellschaft und Kultur um 1800 im internationalen Kontext.

Köln/Weimar/Wien: Böhlau 2008. ISBN 978-3-412-20113-5. 299 S. Preis: € 35,90.

Rezensiert von Beate Hochholdinger-Reiterer

Anlässlich des 200. Todestages von Anna Amalia und des 250. Geburtstages des Großherzogs Carl August wurde von der Klassik Stiftung Weimar und dem Sonderforschungsbereich (SFB) 'Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800' der Friedrich-Schiller-Universität Jena 2007 eine interdisziplinäre Tagung veranstaltet, die sowohl "die internen und externen Zusammenhänge von Politik, Gesellschaft und Kultur [...] als auch einzelne künstlerische und wissenschaftliche Leistungen" (S. 8) des Ereignisraumes Weimar-Jena um 1800 thematisierte.


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Michael Gissenwehrer, Chinas Propagandatheater 1942-1989.

München: Herbert Utz 2008. ISBN 978-3-8316-0791-4, 270 S., broschiert. Preis: € 44,-

Rezensiert von Daniela Pillgrab

Was haben eine unbewegliche Statue – ein Standbild – des 'Großen Vorsitzenden' der Kommunistischen Partei Chinas von 1949 bis 1976, Mao Zedong, und das chinesische Propagandatheater miteinander zu tun? Michael Gissenwehrer, seit dem Jahr 2000 Professor an der LMU-München, erforschte in seiner 2008 im Herbert Utz Verlag erschienenen Habilitationsschrift über Chinas Propagandatheater 1942-1989 politische und kulturelle Zusammenhänge und bringt Licht ins Dunkel dieser bislang in Europa noch kaum beachteten Verflechtungen.


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Wolfgang Ranke, Theatermoral. Moralische Argumentation und dramatische Kommunikation in der Tragödie der Aufklärung.

Würzburg: Königshausen & Neumann 2009. ISBN 978-3-8260-4057-3. 528 S. Preis: € 68,-.

Rezensiert von Katharina Dufek

Vom Sommer 1756 bis zum Frühjahr 1757 führten die drei Freunde Lessing, Nicolai und Mendelssohn einen Briefwechsel über das Trauerspiel, in dem sie sich mit dramentheoretischen und wirkungs- wie moralpsychologischen Fragen auseinander setzten. Im Zuge dieser Überlegungen fiel u. a. das Stichwort "theatralische Sittlichkeit" (Mendelssohn), welches Wolfgang Ranke zum Ausgangspunkt für seine umfassende Studie zur Theatermoral im Trauerspiel des 18. Jahrhunderts macht.


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Christine Regus, Interkulturelles Theater zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Ästhetik – Politik – Postkolonialismus.

Bielefeld: transcript 2009. ISBN 978-3-8376-1055-0. 293 S. Preis: € 29,80.

Rezensiert von Brigitte Dalinger

'Interkulturelles Theater' ist ein Begriff, der, wie Christine Regus in ihrer umfassenden Studie erläutert, nur schwer zu fassen ist. In der Theaterwissenschaft bezieht er sich meist auf 'kulturelle Collagen', wie sie mit Peter Brook oder Richard Schechner verbunden werden.


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Jens Roselt, Phänomenologie des Theaters.

München: Wilhelm Fink 2008. (Reihe: Übergänge Nr. 56). ISBN 978-3-7705-4615-2. 382 S. Festeinband. Preis: € 49,90.

Rezensiert von Denis Leifeld

Theater ist "kein Verschiebebahnhof vorgefertigter Interpretationen, sondern der kreative Ort, an dem Sinn erst entsteht in einem Ereignis zwischen Zuschauern und Bühne" (S. 17). Aufführungen ereignen sich zwischen Akteuren und Zuschauern. Etwas passiert zwischen Bühne und Publikum. Wie kann dieses besondere Zwischenereignis beschrieben werden? Welche kreativen Prozesse geschehen zwischen den Sinnen des Zuschauers und den Körpern der Schauspieler? Welche Erfahrungen machen Zuschauende während Aufführungen? Was passiert zwischen den beteiligten Personen?


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Peter-André Alt, Kafka und der Film. Über kinematografisches Erzählen.

München: Beck 2009. ISBN 978-3-406-58748-1. 238 S. Preis: € 19,90.

Rezensiert von Vera Kropf

"Im Kino gewesen. Geweint." (Tagebucheintrag vom 20. November 1913, zit. nach S. 34)

Laut seinem Freund und Biographen Max Brod interessierte sich Franz Kafka für "alles Neue, Aktuelle, Technische [...], so zum Beispiel auch für die Anfänge des Films" (S. 13). Kafkas Kinoleidenschaft und der regelmäßige Besuch von Lichtspieltheatern sind vor allem in den Tagebüchern und Briefen zwischen 1909 und 1913 dokumentiert, danach verlieren sich die Spuren fast gänzlich.


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Jens Eder, Die Figur im Film. Grundlagen der Figurenanalyse.

Marburg: Schüren Verlag 2008. 832 S. Fadenheftung, einige Abb. ISBN: 978-3-89472-488-7. Preis: € 58,-.

Rezensiert von Claus Tieber

Die Frage nach einem Modell zur Figurenanalyse wird in der universitären Praxis des Öfteren gestellt. Diplomarbeiten, welche Themen wie Stars, Typen oder die Repräsentation bestimmter gesellschaftlicher Gruppen analysieren wollen, sind zumeist auf der Suche nach geeigneten Analysemodellen.


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Rayd Khouloki, Der filmische Raum. Konstruktion, Wahrnehmung, Bedeutung.

Berlin: Bertz + Fischer GbR 2007. (Deep Focus 5). ISBN 978-3-86505-305-3, S. 192, Abb. Preis: € 19,90.

Rezensiert von Melanie Letschnig

"Man kann aus dem Filmbild jede Realität verbannen, nur eine nicht: die des Raums“, sagt André Bazin und umschreibt damit die Fundamentalität eines kinematographischen Parameters. Ohne Raum geht im Film gar nichts, sogar wenn es um die Stilllegung desselben geht.


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Robert Murphy (Hg.), The British Cinema Book. 3rd Edition.

London: Palgrave Macmillan/British Film Institute 2009. ISBN: 978-1-84457-275-5. 452 S., Paperback. Preis: € 27,99.

Rezensiert von Christian Cargnelli

Als der Sammelband The British Cinema Book 1997 in erster Auflage erschien, war das Interesse am britischen Kino und seiner Geschichte auch in seinem Herkunftsland noch begrenzt.


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Wanda Strauven (Hg.), The Cinema of Attractions Reloaded.

Amsterdam: Amsterdam University Press 2006. (Film Culture in Transition) ISBN-10: 90 5356 944 8. 464 S. Preis: € 50,99.

Rezensiert von Marlis Schmidt

Als Tom Gunning in den 1980ern mit André Gaudreault an einem passenderen Begriff für das frühe Kino feilte, der das im Französischen ungeschickt klingende "le cinéma des premiers temps“ ersetzen sollte, entschied er sich für den von Eisenstein geprägten Begriff "Attraktion“.


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Alexander Kluge/Joseph Vogl, Soll und Haben. Fernsehgespräche.

Zürich/Berlin: Diaphanes 2009. ISBN 978-3-03734-051-6, S. 336. € 19,90.

Rezensiert von Christian Schulte

Die dominante Form in den Kulturmagazinen Alexander Kluges ist das Gespräch. Kluge fragt, sein Gegenüber antwortet, Kluge unterbricht, verwandelt sich das Gesagte an, wechselt abrupt die Perspektive. Jedesmal entsteht aufs Neue eine Form des Dialogs, die durch ihre Unwägbarkeit besticht, ein Sprechen, das mit den planvoll getakteten Talk-Sequenzen des übrigen Fernsehens nicht das Geringste zu tun hat.


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Annette Bitsch, Gespenster des Digitalen. Die Genealogie des Unbewussten aus der Medientheorie und Philosophie der Zeit.

Bielefeld: transcript 2008. ISBN 978-3-89942-958-9. 544 S. Preis: € 42,80.

Rezensiert von Petra Löffler

Mit erheblichem theoretischem Aufwand versucht die umfangreiche Studie von Annette Bitsch, die gemeinsame Herkunft des psychoanalytischen Denkens sowie der Vorstellung einer diskreten Zeit zu rekonstruieren, die von Diskursen, Medien und Techniken geprägt wurde.


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Jacques Rancière, Das Unbehagen in der Ästhetik (Aus dem Frz. v. Richard Steurer).

Wien: Passagen Verlag 2007. (Reihe Passagen Forum). ISBN 978-3-85165-819-4. Kartoniert, 157 S., Preis: € 19,90.

Rezensiert von Peter Grabher

Der Band Das Unbehagen in der Ästhetik versammelt fünf Texte von Jacques Rancière aus den Jahren 2000 bis 2004, die um das spannungsreiche Verhältnis von Kunst, Ästhetik und Politik kreisen.


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