Antje Budde (Hg.): Fiebach. Theater. Wissen. Machen.

Berlin: Theater der Zeit 2014. (Recherchen: 114). ISBN 978-3-943881-89-9. 320 S. Preis: € 22,–.

Rezensiert von Thomas Ochs

In Fiebach. Theater. Wissen. Machen stehen die Zeichen auf Feierlichkeit. Die Herausgeberin Antje Budde kompiliert in diesem Sammelband Beiträge, in denen sich die Autoren und Autorinnen auf die Suche nach dem Leben und Denken von einem der vielseitigsten Theaterwissenschaftler überhaupt begeben: Hans-Joachim Fiebach wurde 1934 in Berlin geboren und war u. a. von 1987 bis 1994 Direktor des Instituts für Theaterwissenschaft und Kulturelle Kommunikation an der Humboldt-Universität Berlin. Seine Überlegungen zu darstellerischen Kulturen des 20. Jahrhunderts in Europa und Afrika lassen sich in zahlreichen Monographien und Aufsätzen studieren.


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Herrmann Korte/Hans-Joachim Jakob (Hg.): "Das Theater glich einem Irrenhause". Das Publikum im Theater des 18. und 19. Jahrhunderts.

Heidelberg: Winter 2012. (Proszenium. Beiträge zur historischen Theaterpublikumsforschung: 1). ISBN 978-3-8253-6040-5. 311 S. Preis: € 45,–.

Herrmann Korte/Hans-Joachim Jakob/Bastian Dewenter (Hg.): "Das böse Tier Theaterpublikum". Zuschauerinnen und Zuschauer in Theater- und Literaturjournalen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Eine Dokumentation.

Heidelberg: Winter 2014. (Proszenium. Beiträge zur historischen Theaterpublikumsforschung: 2). ISBN 978-3-8253-6280-5. 243 S. Preis: € 35,–.

Rezensiert von Stefanie Schmitt

Ein rechter Zoo muss das Theater des 18. Jahrhunderts gewesen sein. Von "gähnen, brüllen, miauen und bellen" (I, S. 87) im Zuschauerraum ist die Rede, vom Klopfen und Pfeifen, und – schlimmer noch – von Studenten, die sich auf den oberen Rängen in einer Weise physisch erleichtern, dass "der Kopfputz unserer Damen in den unteren Logen leiden [würde], wenn sie sich nicht beschirmten" (I, S. 88). Wie passt solch viehisches Benehmen mit dem tradierten Bild der Schaubühne als 'moralische Anstalt' zusammen?


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Jens Roselt (Hg.): Regietheorien. Regie im Theater. Geschichte – Theorie – Praxis.

Berlin: Alexander 2015. ISBN 978-3-89581-344-3. 504 S. Preis: € 29,90 / € 23,99 (E-Book).

Rezensiert von Konstanze Fladischer

Jens Roselts neuestes Werk Regietheorien. Regie im Theater. Geschichte – Theorie – Praxis lässt sich durchaus als Fortschreibung seiner 2005 erschienenen Publikation Seelen mit Methode. Schauspieltheorien vom Barock bis zum postdramatischen Theater einordnen. Der Theaterwissenschaftler und Dramatiker, der seit 2008 als Professor für Theorie und Praxis des Theaters an der Stiftung Universität Hildesheim forscht und lehrt, fasst hier verschiedene Auseinandersetzungen mit der Berufsbezeichnung und dem Tätigkeitsprofil von RegisseurInnen aus knapp 200 Jahren in einem Band zusammen. Dabei lässt er die TheaterpraktikerInnen mit Originalbeiträgen selbst zu Wort kommen, die er jeweils zuvor kommentiert und historisch verortet. In ihren Abhandlungen hinterfragen die RegisseurInnen ebenso ihre Position im Theaterbetrieb wie sie persönliche Erfahrungen aus der Praxis mitteilen. Zusammen mit Jens Roselts wissenschaftlichen Erläuterungen geben die Texte der TheatermacherInnen ein umfassendes Bild von den historischen Entwicklungen im Theaterbetrieb und deren Auswirkungen auf das Tätigkeitsfeld der Regie. Auf diese Weise dient die Publikation dem besseren Verständnis einer künstlerischen und heutzutage in der Theaterrezeption als unabdingbar empfundenen Berufssparte.


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Nina Tecklenburg: Performing Stories. Erzählen in Theater und Performance.

Bielefeld: transcript 2014. ISBN 978-3-8376-2431-1. 348 S. Preis: € 34,99.

Rezensiert von Monique Ehmann

Nina Tecklenburg ist nicht nur Theaterwissenschaftlerin, sondern zugleich Theatermacherin. Ihre praktischen Erfahrungen als Performerin, Regisseurin und Dramaturgin sind es, die sie dazu veranlasst haben, Erzählen im Theater jenseits von dramatischer Handlung oder epischer Rede neu zu denken und aufzuzeigen, dass Geschichten auch im mehrheitlich non-narrativ theoretisierten Performancebereich und postdramatischen Theater – auch ohne dass diese auf einer schriftlichen Textvorlage basieren – stattfinden. Es sind diese neuen Formen des Erzählens, denen sich Tecklenburg in ihrer Studie Performing Stories widmet.


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Katalin Trencsényi: Dramaturgy in the Making. A User's Guide for Theatre Practitioners.

London/New Delhi/New York u. a.: Bloomsbury Methuen Drama 2015. ISBN: 978-1408155653. 352 S. Preis: £ 19,99 (Paperback).

Rezensiert von Stefanie Schmitt

"Dramaturgen sitzen in der Dramaturgie wie Bäcker in der Bäckerei", schrieb Bernd Stegemann 2009 in seinem Schule machenden Lektionen-Band bei Theater der Zeit (S. 9). Ein wenig klingen diese Worte nach Backmischung und einsamer Stube. Traut man einem derart von der Außenwelt abgegrenzten Dramaturgen mehr zu, als bloß kleine Brötchen zu backen? Sechs Jahre später erfolgt mit Dramaturgy in the Making die Revision dieser Standortbestimmung durch die ungarische Dramaturgin Katalin Trencsényi. Sie agiert unter der Prämisse "dramaturgy as action" (S. xxi) und befreit den Dramaturgen aus seiner stillen Kammer. Er darf an Proben teilnehmen und wird als "consultant of knowledge" (S. 34) zum Zentrum aller Kommunikation im und über Theater.


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