Ruth Barton: Hedy Lamarr. The Most Beautiful Woman in Film.

Lexington: University Press of Kentucky 2010. ISBN 978-0-8131-2604-3. 281 S. Preis: € 29,95.

Rezensiert von Christian Cargnelli

Hedy Lamarr zählt sicherlich nicht zu jenen Schauspielerinnen, an die man sich wegen hervorragender darstellerischer Leistungen erinnert. In der New Yorker Exilzeitung Aufbau (15. 09. 1939) rezensierte Manfred George das MGM-Melodram Lady of the Tropics (1939) und erwähnte darin Lamarr, "die da ist und schön aussieht, aber sonst nicht sehr viel zu geben hat".


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Joseph Garncarz: Maßlose Unterhaltung. Zur Etablierung des Films in Deutschland 1896–1914.

Basel/Frankfurt a. M.: Stroemfeld 2010. (Nexus. Die kulturwissenschaftliche Bibliothek: 89). ISBN 978-3-87877-802-8. 251 S. Preis: € 29,–.

Rezensiert von Thomas Ochs

"Noch immer gehen die Menschen ins Kino, unabhängig von den Distinktionen, die sie im Zuge ihres sozialen Lebens erworben haben. Noch immer wird weithin die Ansicht vertreten, dass das gemeinsame, öffentliche Filmerleben von Menschen, die einander tendenziell unbekannt und unähnlich sind, nicht ersetzt werden kann (und gar nicht ersetzt werden 'will') durch den privatisierten Filmgenuss, alleine oder familiär vor dem Schirm."[1] Mit diesen Worten beginnt Alexander Horwath im Programmheft des Österreichischen Filmmuseums von Mai/Juni 2011 sein Vorwort. Kino ist dieser Beobachtung nach noch immer ein lebendiger Ort in der Öffentlichkeit. Die Wortkombination 'noch immer' impliziert ein Faktum, das sich bis dato nicht geändert hat. Doch zu welchem Zeitpunkt und unter welchen Prämissen hat sich das Kino zu diesem Ort entwickelt, den Herr Horwath in der digitalen Heimkinokultur als unersetzbar für öffentliches Filmerleben bestimmt? Genau dieser Frage widmet sich Joseph Garncarz in seiner Monographie Maßlose Unterhaltung. Zur Etablierung des Films in Deutschland 1896–1914 und betreibt damit Grundlagenforschung im besten, wissenschaftshistorischen Sinn. Er deckt die Herausbildung des ortsfesten Kinos als einem Ort der Massenunterhaltung auf und beschreibt zugleich ein Zeitbild der Jahrhundertwende. Dabei ist es sein dezidiertes Anliegen, "die Filmaufführung in den Mittelpunkt der Untersuchung" (S. 10) zu stellen.


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Gertrud Koch/Volker Pantenburg/Simon Rothöhler (Hg.): Screen Dynamics. Mapping the Borders of Cinema.

Wien: Synema 2012. (FilmmuseumSynemaPublikationen: 15). ISBN 978-3-901644-39-9. 184 S. Preis: € 20,–.

Rezensiert von Angelika (Aki) Beckmann

Als André Bazin nach dem Wesen des Kinos fragte, war dieses noch gleichbedeutend mit dem des Films, – heute, ziemlich genau 50 Jahre später, ist Kino längst nicht mehr der einzige Ort, an dem Film rezipiert wird. Vielmehr reiht sich die Kinoleinwand in eine Vielzahl von Medien ein, auf denen und durch die bewegte Bilder zirkulieren und konsumiert werden: von der riesigen IMAX Leinwand bis zum winzigen touch screen, vom elitären Ausstellungsraum zu egalitäreren Plattformen wie YouTube bis hin zu den einstigen Rivalen des Kinos, dem Theater und dem Fernsehen.


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Sulgi Lie: Die Außenseite des Films. Zur politischen Filmästhetik.

Zürich: diaphanes 2012. ISBN 978-3-03734-196-4. 304 S. Preis: € 29,90.

Rezensiert von Lena Stölzl

Die Spuren einer Außenseite des Films führen Sulgi Lie in der gleichnamigen, seiner Dissertation folgenden Publikation auf eine Expedition in die Geschichte der Filmtheorie. Dabei geht es ihm darum, das politische Potential des Films in der Relation zwischen dem Feld des Sichtbaren und jenem des Unsichtbaren zu denken. Was dem Bild unsichtbar eigen ist, kommt aus der Abwesenheit seiner Blickursache: Wer oder was bringt hervor, was zu sehen ist? Hier macht Lie von Anfang an klar, dass er diese Frage für unbeantwortbar hält.


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Philipp Stiasny: Das Kino und der Krieg. Deutschland 1914–1929.

München: edition text + kritik 2009. ISBN 978-3-86916-007-8. 443 S. Preis: € 38,–.

Rezensiert von Eva Krivanec

"Die Forschungen zu den Filmen über den Ersten Weltkrieg einerseits und zum Kino der Kaiserzeit und dem Weimarer Kino andererseits berühren sich nur wenig" (S. 14). Das schreibt Philipp Stiasny als Diagnose zur Forschungslage in der Einleitung zu seinem Buch Das Kino und der Krieg, einer gekürzten und überarbeiteten Fassung seiner Dissertation am Institut für deutsche Literatur der HU Berlin. Mit seiner detailreichen und präzisen Studie zu den manifesten und latenten Spuren des Ersten Weltkriegs in populären Spielfilmen der Stummfilmära beteiligt sich Stiasny an der Schließung der klaffenden Lücke zwischen der Forschung, die sich für den Krieg als Sujet interessiert – und dies zu oft, wie der Autor beklagt, am Genre Kriegsfilm festmacht – und jener, die sich mit der Geschichte des populären Kinos in der Zeit der Weltkriege beschäftigt, zumindest für Deutschland.


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