Florian Krautkrämer: Schrift im Film.

Münster/Hamburg/Berlin/London: LIT 2013. (Medien'welten. Braunschweiger Schriften zur Medienkultur: 21). ISBN 978-3-643-12013-7. 384 S. Preis: € 49,90.

Rezensiert von Anke Zechner

Florian Krautkrämer hat mit seiner Monographie Schrift im Film einen vernachlässigten aber elementaren Bereich des Films spannend und vielschichtig beleuchtet. Einerseits umfasst diese Monographie unterschiedliche Formen der Schrift im Film und ermöglicht anhand der Darstellung ihrer historischen Veränderungen sowie der zeitgenössischen Diskussionen einen ungewöhnlichen Blick auf die Filmgeschichte. Andererseits wird mit der genauen Analyse von Schriftfilmen und deren Ausweitung auf den Kunstkontext ein scheinbar randständiger Bestandteil des Films zur Grundlage weitreichender Überlegungen zu dessen Heterogenität.


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Ian W. Macdonald: Screenwriting Poetics and the Screen Idea.

Hampshire: Palgrave Macmillian 2013. ISBN 978-0-230-39228-1. 288 S. Preis: € 63,30.

Rezensiert von Claus Tieber

Drehbuchforschung ist noch immer ein Feld, das in der Film- und Medienwissenschaft wenig Beachtung findet. Das liegt auch daran, dass die Sicht auf das Thema mit einer Unmenge an sogenannter Drehbuchliteratur verstellt ist und dass simple Ratgeber wie man ein Drehbuch zu schreiben habe, den Diskurs allzu lange bestimmt haben. Die wissenschaftliche Forschung zum Thema erreicht hingegen erst in letzter Zeit langsam so etwas wie eine kritische Masse. Der Autor des vorliegenden Bandes, Ian Macdonald von der Universität Leeds, gründete daher 2006 das Screenwriting Research Network (SRN), eine internationale akademische Gesellschaft, die jährliche Konferenzen veranstaltet (die nächste im Oktober 2014 in Potsdam/Berlin) und das Journal of Screenwriting herausgibt.


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John S. Nelson, Popular Cinema as Political Theory. Idealism and Realism in Epics, Noirs, and Satires.

New York: Palgrave Macmillan 2013. ISBN 978-1-137-37470-7. 272 S. Preis: € 75,–.

Rezensiert von Alexander Dibiasi

"The ambition of this book is to show how we can learn from the political theories in these myths" (S. 2). Gemeint sind hier jene, vor allem durch Kino, Literatur und Fernsehen produzierten (politischen) Mythen, die den Alltag ihrer Rezipientinnen und Rezipienten prägen. Entgegen der üblichen Vorgehensweise, eine solche Mythenbildung von film- oder politiktheoretischer Seite zu durchleuchten, möchte Nelson die von ihm analysierten Filme als politische Theorie verstanden wissen – als direkten und für jeden verständlichen Ausdruck von politischem Idealismus und Realismus.


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Thomas Schärer: Zwischen Gotthelf und Godard. Erinnerte Schweizer Filmgeschichte.

Zürich: Limmat 2014. ISBN 978-3-85791-653-3. 701 S. Preis: € 68,–.

Rezensiert von Thomas Ochs

Filmgeschichtsschreibung bedeutet oftmals eine Auseinandersetzung mit bestimmten ästhetischen Strömungen oder Interpretationen der Ästhetik einzelner Filme. Die Komplexität einer Filmproduktion, ihre Voraussetzungen und Bedingungen, also die Produktionsgeschichte, sind zu selten Teil dessen. Der Grund hierfür ist sicher nicht nur im mangelnden Interesse zu suchen; vielmehr resultieren solche Untersuchungen aus Schwierigkeiten, die mit einer Geschichtsschreibung verbunden sind, welche reale Lebens- und Arbeitsumstände einer konkreten Zeit thematisieren will. Als eine erweiterte Schweizer Filmgeschichte, die aus mündlichen Überlieferungen heraus entsteht, will Thomas Schärer seine Monographie Zwischen Gotthelf und Godard verstanden wissen.


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Irmbert Schenk: Film und Kino in Italien. Studien zur italienischen Filmgeschichte.

Marburg: Schüren 2014 (Marburger Schriften zur Medienforschung: 49). ISBN 978-3-89472-883-0. 200 S. Preis: € 19,90.

Rezensiert von Otmar Schöberl

Der Titel von Irmbert Schenks neuester Publikation, Film und Kino in Italien, suggeriert einen historischen Überblick. Erst der Untertitel des Buches, Studien zur italienischen Filmgeschichte, führt näher ans Ziel, denn tatsächlich handelt es sich bei diesem Band um eine Sammlung von Texten, die er zwischen 1991 und 2014 geschrieben hat, zum Teil für Sammelbände, aber auch z. B. für eine Vorlesung. Den Analysen gemein ist, dass sie kluge Schlaglichter auf verschiedene Perioden des italienischen Kinos werfen.


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Oliver Schmidt: Hybride Räume. Filmwelten im Hollywood-Kino der Jahrtausendwende.

Marburg: Schüren 2013. (Textualität des Films: 2). ISBN 978-3-89472-775-8. 344 S. 100 Abb. Preis: € 38,–.

Rezensiert von Franziska Bruckner

Im Blockbuster-Mainstream-Kino sowie im amerikanischen AutorInnenfilm ist seit Beginn der 1990er-Jahre verstärkt eine Tendenz zu komplexen, multiplen und fragmentierten Filmwelten zu bemerken. Diesen hybriden Phänomenen geht Oliver Schmidt in seiner nun als Buch veröffentlichten Dissertation Hybride Räume. Filmwelten im Hollywood-Kino der Jahrtausendwende aus unterschiedlichen kognitiv-phänomenologischen Perspektiven auf den Grund.


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