Robert Gugutzer/Barbara Englert (Hg.): Sport im Film. Zur wissenschaftlichen Entdeckung eines verkannten Genres.

Konstanz/München: UVK 2014. ISBN 978-3-86764-483-9. 296 S. Preis: € 41,–.

Rezensiert von Brigitte Stocker

Der moderne professionelle Spitzensport ist eine Erfindung der Medien. Sportliche Events werden geschaffen, um Auflagen von Zeitungen zu steigern, Einschaltquoten zu erhöhen und Kinokassen zu füllen. Das sportliche Ereignis verlangt seinerseits nach medialer Aufbereitung; narrative Elemente müssen eingefügt, dem Publikum müssen Identifikationsflächen und emotionale Momente geboten werden – letztlich um Sponsoren anzusprechen. Sponsoren setzen ihrerseits auf die Erzielung eines Imagetransfers, um ihre Produkte zu bewerben.


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Chris Tedjasukmana: Mechanische Verlebendigung. Ästhetische Erfahrung im Kino.

Paderborn: Fink 2014. ISBN 978-3-7705-5803-2. 329 S. Preis: € 24,90.

Rezensiert von Serjoscha Wiemer

In seiner filmtheoretischen und filmästhetischen Studie führt Chris Tedjasukmana die Leser_innen mit Roland Barthes in den Darkroom und analysiert Filme, die sich im Treibsand verlorener Utopien bewegen oder Lust auf sexuelle Revolution machen könnten. In luziden Filmanalysen und auf hohem theoretischen Niveau wird Film als Medium einer alternativen, affektiven Geschichtsschreibung entworfen: Im Kino wird die Wirklichkeit des Möglichen zur geschichtsmächtigen Kraft.


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Margarete Wach: Krzysztof Kieślowski. Zufall und Notwendigkeit.

Marburg: Schüren 2014. 2. verbesserte und ergänzte Auflage. ISBN 978-3-89472-729-1. 624 S. Preis: € 48,–.

Rezensiert von Thomas Ochs

Monographische Arbeiten zu bestimmten Persönlichkeiten, Künstlern oder Künstlerinnen sind von Grund auf zwei Gefahren ausgesetzt: die Unmöglichkeit auf Vollständigkeit und die Einseitigkeit der Perspektive. Das Bewusstmachen dieser beiden Probleme kann methodisch Abhilfe leisten, um dem nicht anheimzufallen. Eine Offenheit gegenüber dem Gegenstand lässt mehrere Perspektiven zu, die in der Regel vom Lesenden interpretiert werden können. Die jeder Thematik inhärente stete Unvollständigkeit offenbart sich insbesondere über langjährige Forschung und Auseinandersetzung. Im Rahmen der Edition film-dienst liegt mit Krzysztof Kieslowski. Zufall und Notwendigkeit von Margarete Wach die 2. Auflage einer Monographie vor, die gegenüber der Erstauflage eine signifikante inhaltliche und materielle Erweiterung inkludiert. Über einen kurzen Rückblick auf das von Wach bereits 2001 veröffentlichte Buch eröffnet sich die Möglichkeit einer Buchrezension, die jene beiden Notwendigkeiten einer filmwissenschaftlich sinnvollen Konfrontation mit einem der einflussreichsten europäischen Regisseure der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts reflektiert. Wach tritt die Überarbeitung ihrer Erstauflage mit dem Ziel an, einerseits die fortdauernde Rezeption Kieslowskis zu berücksichtigen und andererseits den Einfluss seines Werkes bis in die Gegenwart zu reflektieren.


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