Butis Butis (Hg.), Stehende Gewässer. Medien der Stagnation.

Zürich/Berlin: diaphanes 2007. ISBN 978-3-03734-014-1. 320 S., Broschur, 55 Abbildungen. Preis: € 29,90.

Rezensiert von Barbara Eichinger

Jeder Stillstand wird G/geschehen

 

Nehmen Sie den Sammelband Stehende Gewässer. Medien der Stagnation und stellen Sie sich vor, er sei ein Aquarium, platziert auf einem Biedermeiertischchen in Ihrem Wohnzimmer. Stellen Sie es vor sich auf den Tisch und betrachten Sie es aus verschiedenen Perspektiven. Was sehen Sie? Ärgern Sie sich über die kleine Felsengrotte in der Mitte des quaderförmigen Glasbehälters, die Ihnen die Sicht auf Ihr soeben erst erstandenes Seepferdchen verstellt? Sind Sie fasziniert vom Relief der Ablagerungen im Bodensatz des Behälters? Fragen Sie sich, was die Mikroorganismen dieses künstlichen Ökosystems so treiben? Befassen Sie sich mit Ihrem Spiegelbild auf der Wasseroberfläche und befragen es nach seiner Geschichte oder entdecken Sie in dem hermetischen Behälter das Organisationsprinzip des Universums?


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Kurt Ifkovits, Hermann Bahr – Jaroslav Kvapil. Briefe, Texte, Dokumente. Unter Mitarbeit von Hana Blahová.

Bern u.a.: Peter Lang 2007. (Wechselwirkungen. Österreichische Literatur im internationalen Kontext 11). ISBN 978-3-03910-990-6. 725 S., Abb., Register. Preis: € 92,20.

Rezensiert von Katharina Wessely

Mit dem Briefwechsel zwischen Hermann Bahr und Jaroslav Kvapil legt Kurt Ifkovits ein theater- und kulturgeschichtlich aufschlussreiches Dokument über die Netzwerke zweier österreichischer Kulturvermittler jenseits der Sprach- und Nationalitätengrenzen vor. Die beiden gehörten wohl zu den kulturpolitisch einflussreichsten Künstlern ihrer jeweiligen Länder - bzw., und damit ist man schon mitten im Thema, Cisleithaniens. Denn die Zeit ihres Kontaktes erstreckte sich von den Jahren um die Jahrhundertwende über den Ersten Weltkrieg und das Ende der Monarchie hinaus bis in die beiden jungen Republiken. Ihre Haltung diesen historischen Veränderungen gegenüber war dabei höchst unterschiedlich, wie sich auch das Verhältnis zwischen ihnen über die Jahre veränderte – beides kann der Leser, die Leserin, anhand des Briefwechsels sowie der ihn begleitenden Texte wunderbar nachvollziehen.


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Claudia Preschl, Lachende Körper. Komikerinnen im Kino der 1910er Jahre.

Wien: SYNEMA Gesellschaft für Film und Medien 2008. ISBN 978-3-901644-27-6. 208 S. Preis: € 20,-.

Rezensiert von Günter Krenn

Das Phänomen des Frühen Kinos wurde schrittweise um eine eigene Phänomenologie bereichert. Seit den 1980er Jahren etablierte sich eine neue Sehweise auf die Frühgeschichte des Kinos. Untersuchungen von Filmwissenschaftlern wie Tom Gunning oder André Gaudreault eliminierten die Vorstellung der kinematographischen Anfänge als vernachlässigbare triviale Vorform kommender Kinokultur, indem sie deren originäre Faszination thematisierten und begründeten. Publikationen zum Frühen Kino sind jedoch nach wie vor rar, die Periode selbst demgemäß wenig publik, das Bild davon zumeist geformt von Fehlinformationen und Missverständnissen. Ein guter Ausgangspunkt also für jedes Buch, das den Versuch wagt, diese Lücken zu verringern.


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Sybille Krämer, Medium, Bote, Übertragung. Kleine Metaphysik der Medialität.

Frankfurt/Main: Suhrkamp 2008. ISBN 978-3-518-58492-7. 379 Seiten. Preis: € 28,-.

Rezensiert von Florian Sprenger

Die Frage nach dem Gefüge von Bedingungen, aus denen Medien entstehen und die sie selbst wiederum bilden, zwischen denen sie operieren, Handlungsmacht bereitstellen oder Wahrnehmbares produzieren, steht als zentrales Massiv vor jeder Medientheorie. In ihrem neuen Buch Medium, Bote, Übertragung. Kleine Metaphysik der Medialität widmet sich Sybille Krämer, Professorin für Philosophie an der FU Berlin, implizit immer wieder dieser Diskussion um Medienautonomie versus Medienheteronomie: Stellen Medien das, was sie übertragen unter ihre eigenen Bedingungen und präformieren alle Inhalte im Sinne eines Aprioris, oder sind sie – gleich einem Container – von einem Außen bestimmt, dass ihnen auferlegt, was sie transportieren und wie sie es ankommen lassen?


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Horst Fassel, Bühnen-Welten vom 18.-20. Jahrhundert. Deutsches Theater in den Provinzen des heutigen Rumänien / Mapamondul scenic din sec. al 18-lea până în sec. al 20-lea. Teatrul de limbă germană în provinciile României de azi.

Cluj-Napoca: Presa Universitară Clujeană 2007. (Karl-Kurt-Klein-Reihe 3). ISBN 978-973-610-617-0. 422 S. Preis: € 19,-.

Rezensiert von Hans Dama

Die Aufarbeitung historischer Desiderata erfolgt für manche Regionen zögerlich, wenn überhaupt. Dazu gehören auch die Länder Südosteuropas, die bis 1918 im Großen und Ganzen innerhalb oder am Rande der k.u.k.-Monarchie Teile eines funktionierenden Theatersystems gewesen waren, dessen Entwicklungen und Wandlungen nach und nach ins Bewusstsein treten. Für Südosteuropa gilt meist, dass man dort noch immer Monographien der einzelnen Theaterstandorte anstrebt, die von den sogenannten Anfängen bis zur Gegenwart reichen.


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Harun Maye/Cornelius Reiber/Nikolaus Wegmann (Hg.), Original-Ton. Zur Mediengeschichte des O-Tons.

Konstanz: Universitätsverlag 2007. (kommunikation audiovisuell, Band 34) ISBN 978-3-89669-446-1. 408 S., Hörbeispiele auf CD. Preis: € 39,-.

Rezensiert von Christine Ehardt

Original-Ton. Zur Mediengeschichte des O-Tons ist in der Reihe "kommunikation audiovisuell" der Abteilung Kommunikation und Medienwissenschaft der Hochschule für Fernsehen und Film München erschienen, der Band beinhaltet Beiträge des gleichnamigen zweitägigen Workshops in Potsdam.


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Günter Krenn, Romy Schneider. Die Biografie.

Berlin: Aufbau 2008. ISBN 978-3-351-02662-2. 415 S. Preis: € 25,70.

Rezensiert von Elisabeth Streit

Ja, es ist wieder soweit. Im September dieses Jahres, um exakt zu sein, am 23. 09. 2008, jährte sich zum 70. Mal der Geburtstag der 1982 jung verstorbenen Schauspielerin. Ihr viel besprochenes, von Höhen und Tiefen gezeichnetes, mit Überschwang, Spott und Häme kommentiertes kurzes Leben war und ist immer wieder für Publikationen gut. Die Fülle der bislang erschienenen Titel ist groß. Stets wird erneut versucht, Romy Schneiders Lebensgeschichte zu erzählen. Aber in den allermeisten Fällen wird doch nur wieder Bekanntes neu verpackt. Das im Berliner Aufbau-Verlag herausgegebene Buch des Wiener Autors Günter Krenn mit dem schlichten Titel Romy Schneider. Die Biografie macht dabei eine wohltuende Ausnahme.


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